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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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268
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3K8 Tugendlehre. Eth. Elementar!. I- B. I Abth. Il Hptst.

Weltwesen Achtung für ihn abnöthigt, sich mit jedem Anderendieser Art messen und auf den Fuß der Gleichheit schätzen kann.

Kie Menschheit in seiner Person ist das Object der Achtung,die er von jedem anderen Menschen fordern kann; deren er aberauch sich nicht verlustig machen muß. Er kann und soll sich also,nach einem kleinen sowohl, als großen Maaßstabe schätzen, nachdemer sich als Sinnenwesen (seiner thierischen Natur nach), oder alsintelligibles Wesen (seiner moralischen Anlage nach) betrachtet. Daer sich aber nicht blos als Person überhaupt, sondern auch alsMensch, d. i. als eine Person, die Pflichten auf sich hat, dieihm seine eigene Vernunft auferlegt, betrachten muß, so kann seineGeringfügigkeit als Thier men sch dem Bewußtsein seiner Würdeals Vernunftmensch nicht Abbruch thun, und er soll die mo-ralische Selbstschätzung in Betracht der letzteren nicht verleugnen,d. i. er soll sich um seinen Zweck, der an sich selbst Pflicht ist,nicht kriechend, nicht knechtisch (rmimo servil!), gleich als sichum Gunst bewerbend, bewerben, nicht seine Würde verleugnen,sondern immer das Bewußtsein der Erhabenheit seiner moralischenAnlage in sich aufrecht erhalten; und diese Selbstschätzung istPflicht des Menschen gegen sich selbst.

Das Bewußtsein und Gefühl der Geringfügigkeit seines mo-ralischen Werths in Vergleichung mit dem Gesetz ist diemoralische si) DeINuth (kumilitss moralis). Die Ueberredung voneiner Größe dieses seines Werths, aber nur aus Mangel der Ver-gleichung mit dem Gesetz, kann der Tugendstolz (srroKsntiamorslis) genannt werden. Die Entsagung alles Anspruchs aufirgend einen moralischen Werth seiner selbst, in der Ueberredung,sich ebendadurch einen geborgten zu erwerben, ist die falsche moralische D c-muth (lnimilitiismorslis spui-in) oder geistliche Kriecherei sisi)

Demuth als Geringschätzung seiner selbst sisisi) in Ver-

ch)moralische" fehlt in der 1. Ausg.chch) 1- Ausg.:ist die sittlich falsche Kriecherei (I>u,niIitgA »puria)."-sch-i-) als Geringschätzung seiner selbst" Zusatz der 2. Ausg.