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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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25S Tugendlehre. Eth. Elementar!, l B. I. Abth. I.^Hptst.

keit, da es, der Form (der Gesinnung) nach, selbst das 4>es Selbst-mordes noch zu übergehen scheint, ist dabei nicht erklärt. Es seidenn, daß, da die trotzige Wegwerfung seiner selbst im letzten, alseiner Lebenslast, wenigstens nicht eine weichliche Hingebung anthierische Reize ist, sondern Muth erfordert, wo Immer noch Ach-tung für die Menschheit in seiner eigenen Person Platz findet; jenehingegen, welche sich gänzlich der thierischen Neigung überläßt, denMenschen zur genießbaren, aber hierin doch zugleich naturwidrigenSache, d. i. zum ekelhaften Gegenstände macht, und so allerAchtung für sich selbst beraubt.

Kasuistische Fragen.

Der Zweck der Natur ist in der Beiwohnung der Geschlechterdie Fortpflanzung d. i. die Erhaltung der Art; jenem Zwecke darfalso wenigstens nicht zuwider gehandelt werden. Ist es aber er-laubt, auch ohne auf diesen Rücksicht zu nehmen, sich,(selbst wenn es in der Ehe geschähe,) jenes Gebrauchs anzumqßcn?

Ist es z. B. zur Zeit der Schwangerschaft, ist es'bei derSterilität des Weibes, (Alters oder Krankheit wegen,) oder wenndieses keinen Anreiz dazu bei sich findet, nicht dem Naturzweckeund hiemit auch der Pflicht gegen sich selbst, an einem oder demanderen Theil, ebenso wie bei der unnatürlichen Wollust, zuwider,von seinen Gcschlechtseigenschaften Gebrauch zu machen; oder gibtcs hier ein Erlaubnißgesetz der moralisch-praktischen Vernunft,welches in der Collision ihrer Bestimmungsgründe etwas, an sichzwar Unerlaubtes, doch zur Verhütung einer noch größeren Ueber-tretung (gleichsam nachsichtlich) erlaubt macht? Von wo an^kann man die Einschränkung einer weiten Verbindlichkeit zum Pu-rismus, (einer Pedanterei in Ansehung der Pflichtbeobachtung,was die Weite derselben betrifft,) zählen, und den thierischen Nei-gungen, mit Gefahr der Verlafsung des Vernunftgesetzes, einenSpielraum verstatten?

Die Geschlcchtsneigung wird auch Liebe (in der engsten Be-deutung des Wortes) genannt und ist in der That die größte Sin-