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T u g e n d l e h r e.
Wirkung überlegter, fester und immer mehr geläuterter Grundsätzeist, so ist sie, wie ein jeder andere Mechanismus aus technisch-prak-tischer Vernunft, weder auf alle Fälle gerüstet, noch vor der Ver-änderung, die neue Anlockungen bewirken können, hinreichend ge-sichert.
Anmerkung.
Der Tugend — -r- a ist die negative Untugend (mo-ralische Schwäche) — 0 als logisches Gegentheil (oontrs-ilietorie opposituin), das Laster aber — —er als Widerspiel(contrario «. realiter oppositum) entgegengesetzt, und es isteine, nicht blos unnöthige, sondern auch anstößige Frage: ob zugroßen Verbrechen nicht etwa mehr Stärke der Seele, alsselbst zu großen Tugenden gehöret Denn unter Stärke derSeele verstehen wir die Stärke des Vorsatzes eines Menschen,als mit Freiheit begabten Wesens, mithin sofern er seiner selbstmächtig (bei Sinnen) ist, also im gesunden Zustande derSeele sich befindet. Große Verbrechen aber sind Paroxysmen,deren Anblick den an der Seele gesunden Menschen schaudernmacht. Die Frage würde also etwa dahin nuslaufen: ob ein' Mensch im Anfall einer Raserei mehr physische Starke habenkönne, als wenn er bei Sinnen ist? welches man einräumenkann, ohne ihm darum mehr Seelenstärke deizulegen, wenn manunter Seele das Lebensprincip des Menschen im freien Gebrauchseiner Kräfte versteht. Denn weil jene blos in der Macht derdie Vernunft schwächenden Neigungen ihren Grund haben,welches keine Seelenstärke beweiset, so würde diese Frage mitder ziemlich auf einerlei hinauslaufen: ob ein Mensch im Ansalleiner Krankheit mehr Starke, als im gesunden Zustande beweisenkönne? welche geradezu verneinend beantwortet werden kann, weilder Mangel der Gesundheit, die im Gleichgewicht aller körper-lichen Kräfte des Mensch n besteht, eine Schwächung im Sy-stem dieser Kräfte ist, nach welchem man allein die absolute Ge-sundheit beurtheilen kann.