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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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Rechtslehre. Einleitung

daran nicht können mangeln lassen, und wir werden oft die besondereNatur des Menschen, die nur durch Erfahrung erkannt wird, zumGegenstände nehmen müssen, um an ihr die Folgerungen aus denallgemeinen moralischen Principien z« zeigen; ohne daß jedochdadurch der Reinigkeit der letzteren etwas benommen, noch ihrUrsprung L priori dadurch zweifelhaft gemacht wird. Das willso viel sagen, als: eine Metaphysik der Sitten kann nicht auf An-thropologie gegründet, aber doch auf sie angewandt werden.

Das Gegenstück einer Metaphysik der Sitten, als das andereGlied der Eintheilung der praktischen Philosophie überhaupt, würdedie moralische Anthropologie sein, welche, aber nur die subjectiven,hindernden sowohl, als begünstigenden Bedingungen der Aus-führung der Gesetze der ersteren in der menschlichen Natur, die Er-zeugung , Ausbreitung und Stärkung moralischer Grundsätze (in derErziehung der Schul- und Volksbelehrung) und dergleichen anderesich auf die Exfahrung gründende Lehren und Vorschriften enthaltenwürde, und die nicht entbehrt werden kann, aber durchaus nicht vorjener vorausgeschickt, oder mit ihr vermischt werden muß; weil manalsdann Gefahr läuft, falsche, oder wenigstens nachsichtliche moralischeGesetze herauszubringen, welche das für unerreichbar vorspiegeln,was nur eben darum nicht erreicht wird, weil das Gesetz nicht inseiner Reinigkeit, (als worin auch seine Stärke besteht,) eingesehenund vorgetragen worden, oder gar unächte, oder unlautere Trieb-federn zu dem, was an sich pflichtmäßig und gut ist, gebrauchtwerden, welche keine sicheren moralischen Grundsätze übrig lassen;weder zum Leitfaden der Beurtheilung, noch zur Disciplin des Ge-müths in der Befolgung der Pflicht, deren Vorschrift schlechterdingsnur durch reine Vernunft L priori gegeben werden muß.

Was aber die Obereintheilung, unter welcher die eben jetzterwähnte steht, nämlich die der Philosophie in die theoretische undpraktische, und daß diese keine andere, als die moralische Weltweisheitsein könne, betrifft, darüber habe ich mich schon anderwärts (in derKritik der Urtheilskraft) erklärt. Alles Praktische, was nach Natur-gesetzen möglich sein soll, (die eigentliche Beschäftigung der Kunst)