4 Lkechtslehre.
nicht dieses selbst erwartet werden kann. Es wird daher hiemit, sowie mit den (früheren) metaphysischen Anfangsgründen der Natur-wissenschaft, auch hier gehalten werden: nämlich das Recht, waszum a priori entworfenen System gehört, in den Text, die Rechteaber, welche auf besondere Ersahrungsfälle bezogen werden, in zumTheil weitläuftige Anmerkungen zu bringen; weil sonst das, washier Metaphysik ist, von dem, was empirische Rechtspraxis ist,nicht wohl unterschieden werden könnte.
Ich kann dem so oft gemachten Vorwurf der Dunkelheit, jawohl einer geflissenen, den Schein tiefer Einsicht affectirenden Un-deutlichkeit im philosophischen Vortrage nicht besser zuvorkommen,oder abhclfen, als daß ich, was Herr Garve, ein Philosoph in derachten Bedeutung des Worts, jedem, vornehmlich dem philosophi-renden Schriftsteller zur Pflicht macht, bereitwillig annehme, undmeinerseits diesen Anspruch blos auf die Bedingung einschränke, ihmnur so weit Folge zu leisten, als es die Natur der Wissenschafterlaubt, die zu berichtigen und zu erweitern ist.
Der weise Mann fordert (in seinem Werk: Vermischte Auf-sätze betitelt, S. 352 u. f.) mit Recht, eine jede philosophischeLehre müsse, wenn der Lehrer nicht selbst in den Verdacht der Dun-kelheit seiner Begriffe kommen soll, — zur Popularität, (einer, zur allgemeinen Mittheilung hinreichenden Versinnlichung,) gebrachtwerden können. Ich räume das gern ein, nur mit Ausnahme desSystems einer. Kritik des Vernunftvermögens selbst und Alles dessen,'was nur durch dieser ihre Bestimmung beurkundet werden kann;weil es zur Unterscheidung des Sinnlichen in unserem Erkenntnißvom (Übersinnlichen, dennoch aber der Vernunft Zustehenden, gehört.Dieses kann nie populär werden, so wie überhaupt keine formelleMetaphysik; obgleich ihre Resultate für die gesunde Vernunft (einesMetaphysikers, ohne es zu wissen,) ganz einleuchtend gemacht werdenkönnen. Hier ist an keine Popularität (Volkssprache) zu denken,sondern es muß auf scholastische Pünktlichkeit, wenn sie auchPeinlichkeit gescholten würde, gedrungen werden, (denn es ist Schul-sprache;) weil dadurch .allein die voreilige Vernunft dahin gebracht