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1 (1889)
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4. Kapitel. Die Kolonien.

tragen. In einem Tagebuche sollte er überdies alle Vorfälle nach Rück-sprache mit dem Generaldirektor und dem Kaufmann aufzeichnen."

Außer den soeben genannten Beamten gab es noch einen Geistlichenund einen Fiskal, Buchhalter-" und Schreiber, Chirurgen und Hand-werksleute aller Art. Die Gagen des gestimmten Personals einschließ-lich der Garnison beliefen sich bis zum Jahre 1700 durchschnittlich aufetwa 7000 Thlr. Von da an verringerte sich, wie wir wissen, die Zahlder Angestellten und damit naturgemäß auch der Etat, doch ging dieserselbst in den letzten Jahren nicht unter 4500 Thlr. hinab."

Der Generaldirektor hatte in Groß-Friedrichsburg seinen Sitz; inAecada und Taccarary, später in Taeerama waren Untergebene an-gestellt, die sich durchweg nach den ihnen von ersterer Stelle aus zu-gehenden Anweisungen zu richten hatten. Diese Abhängigkeit kam auchin der Buchführung zum Ausdruck; die Nebenorte figurierten als Filialen,für welche in dein Hauptbuche des Generalkoutors ein besonderes Kontoeingerichtet war. Die sämmtlichen in den Kolonien geführten Büchersollten übrigens alljährlich abgeschlossen, die Originale in Groß-Friedrichs-burg verwahrt und Abschriften hiervon an das Bewindhaberkollegiumgesandt werden." Während der Blüthe der Kompagnie sind diese Vor-schriften befolgt worden; es erweisen dies verschiedene aus uns über-kommene Verzeichnisse der einst geführten Bücher, sowie vereinzelte Aus-züge ans denselben. Seit ihrem Verfalle hat man es aber anscheinendnicht mehr sv streng damit genommen.

Das Hauptaugenmerk hatte der Generaldirektor auf einen flottenHandelsbetrieb zu richten. Um den Markt nach den brandenburgischenKolonien zu ziehen, machte er wohl Geschenke an einflußreiche Häupt-linge; bisweilen sandte er sie mit einigen Mustern ins Innere, damitsie, wie es in einer Instruktion" heißt, „die dortigen Schwarzen be-nachrichtigten, daß und wo sie lauter gute Waaren bekämen." In denPlätzen der Kompagnie wurden diese ihnen alsdann zu gleichen Preisenverkauft, natürlich nicht zum Nachtheil der Gesellschaft. Durchschnittlichbelief sich der Gewinn davon in den ersten Jahren auf 152 Prozent;

Die Angaben des Textes sind zumeist der Anm. 48 zitierten Instruktion ent-nommen.

^ Die Rechnung hatte er durchweg in Gold zu führen. Instruktion, zitiertAnm. 48. Unter den übrigen Büchern, deren Fübrung ihm oblag, finden wir auchGarnison-, Testament- und Todtenbncher erwähnt. L. 65. 31.

°° Der Generaldirektor erhielt, soweit ersichtlich, stets monatlich 80 Thlr.

Vgl. Art. 28, Urk. Th. II, Nr. 145.