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4. Kapitel. Die Kolonien.
jene Vereinbarung in die Wirklichkeit umzusetzen. In welcher Weisedies geschah, soll hier an der Hand des Gröben'schen Berichtes erzähltwerden. Einleitend sei bemerkt, daß die beiden Schisse „Churprinz"und „Morian" etwa im November an der Goldküste eingetroffen warenund dort ohne Rücksicht auf den Widerspruch der Holländer an ver-schiedenen Orten mit den Eingeborenen Handel getrieben hatten? Be-sonders entgegenkommend zeigten sich die Einwohner von Accada,^ einesin östlicher Richtung nicht weit vom Kap der drei Spitzen liegendenDorfes. Da Groben dasselbe zur Gründung einer Niederlassung außer-ordentlich geeignet erschien, so ließ er sich mit den Häuptlingen desOrts in Verhandlungen ein, die zum Abschluß eines mündlichen, seinenAbsichten günstigen Vertrages führten. Die feierliche Vollziehung des-selben wollte er jedoch aussetzen, bis er sich seines Auftrages bei denHäuptlingen, an die er speziell geschickt war, entledigt hätte. Er gabdaher den Accadaern einen silbernen Degen zum Pfände für seine Rück-kehr und machte sich daran, jene aufzusuchen. Gerade während seinerAbfahrt langte der Kaufmann" aus dem holländischen Bontry an, umim Austrage des in Elmina residierenden Generaldirektors ^ von AccadaBesitz zu nehmen. Derselbe war von einem dortigen Häuptling dazuabgeholt worden, und so wehte bald nach seiner Landung die holländischeFlagge im Orte. Groben erblickte hierin eine Untreue seiner Kontrahentenund fuhr zurück, um sie zur Rede zu stellen. Diese boten ihm nunmehran, gemeinschaftlich mit den Holländern daznbleiben, was er jedoch ausgutem Grunde ablehnte. Hierauf nahm er mit dem Anbruch der Nachtseinen Weg zu „seinen Lnspmoirs in Mes-Lnutas." Sie zu finden, warnicht leicht, denn man kannte ihre Dorfschaft nicht genau. Ans Landgestiegen, kletterte Groben mit seinen Begleitern „über hohe Berge, grau-same Klippen, dicke Gebüsche" und gelangte hierauf in eine freie Ebene,in welcher er „zwar viel fruchtbare Bäume, aber lauter eingefallene undverlassene Negerhütten" fand. Eine halbe Meile entfernt zeigte sich einhoher Berg. Auf diesem glaubte er Eingeborene zu treffen, die ihmvielleicht einige Auskunft über die gesuchten Häuptlinge geben könnten.Mit dem Kapitän Blonck, welcher allein noch von seinen Begleitern zuweiteren Strapazen fähig war, stieg er hinauf. Wiederum bot sich denWanderern das Bild eines zerstörten Ncgerdorfes. Des Weges kommende
^ S. Groben, a. a. O-, S. 66 ff.
" Der Ort wird bisweilen auch Accoda und Ackeda genannt.
° Über den Rang eines Kaufmanns, bezw. Generaldirektors bei der holländisch-westindischen Kompagnie s. Bosman, I. o., p. 102 8g.
' Gräben, a. a- O., S. 77 ff.