8 2. Unter Friedrich III.
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essenten, durch öffentlichen Anschlag in Emden und durch Einrückungin einige Zeitungen. Der König erklärte alle bisherigen Oktrois füransgehoben, die auf Grund derselben erworbenen Aktien und sonstigenAnsprüche für erloschen und die ganze Kompagnie „mit allen Effecten,Schiffen, Norton und Magazinen in und außer Europa" für heim-gefallen. Ein Widerspruch wurde dagegen von keiner Seite erhoben,und somit stand von nun an die afrikanisch-amerikanische Kompagnieim Alleineigenthum des Souveräns.
Friedrich k. machte alsbald den Versuch, sich mit Dänemark wegenSt. Thomas gütlich anseinanderzusetzen; sein Vorschlag, daß die rück-ständigen Rekognitionsgelder mit den Schadenersatzansprüchen der Kom-pagnie ausgerechnet werden sollten, fand aber keinen Anklang, und csblieben daher die dortigen Verhältnisse vorläufig weiter ungeregelt. ^2
Das nächstfolgende Jahr brachte noch zwei Projekte, die beideresultatlos verliefen. Ein englischer Kapitän Johnson hatte um Er-tbeilnng eines Scepasses nach Ostindien, China und alle jenseits derKaps der guten Hoffnung gelegenen Plätze ans fünf Jahre gebeten. Erwollte jedoch eine Rekognition nicht zahlen, weil er alles aus eigeneGefahr unternahm, und erklärte ans die Frage, welchen Vortheil als-dann der König davon Hütte, daß derselbe in der Ausführung ein-heimischer und in der Einführung ausländischer Waaren, sowie in denZollerträgnissen bestünde. Damit war diese Sache abgethan?^ Nähertrat man dem Projekte einer ostasrikanischenHandelsgesellschaft. Dasselbe warvon dem bereits genannten Engländer Mcars, der aber hierbei nur alsVormann eines Kapitäns Bowrey handelte, dem Könige unterbreitetworden?^ Bowrep hatte nämlich zwanzig Jahre lang in Ostindien füreigene Rechnung Handel getrieben und wollte dabei von einem Orte inder Nähe der Insel Madagaskar gehört haben, welcher sich durch ge-mäßigtes Klima, Prodnktenreichthnm und eine vortreffliche, znm Handel
2»2 preußische Schadensforderung betrug 117000 Thaler. König an vonKnyphansen in Kopenhagen, <1. <1. Amsterdam, den 26. Juni 1711; von Knyphausenan den König, 4. ä. Kopenhagen, den 18. Juli 1711. II. 65. 32.
2 »- Mx Minister in Utrecht hatten Johnson s ersten Vorschlag, ä. ä. Amster-dam, den 3. Dezember 1712, übermittelt und die weiteren Verhandlungen im Januar1713 mit ihm geführt. 1i. 65. 33 u. 34. vol. I.
A^r Resident Bauet hatte das Projekt unterm l. Mai 1712 ans Londonübersandt. In demselben war nach Ablauf von vier Jahren ein regelmäßiger jährlicherGewinn von 500000 Thlr. in Aussicht gestellt. Mears hatte zugleich den Vorschlaggemacht, eine Bank mit einem Kapital von 2 Millionen Thlr. (5000 Aktien ä 400 Thlr.)zu gründen, welche daS Geld zu dem Unternehmen gegen 8 Prozent Zinsen vorschießensollte. U. 65. 33.