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3. Kapitel. Die brandenburgisch-afrikanische Kompagnie.
geben würde einem Nachbarn zu Liebe, der ihn so oft um Hilfe angeflehtgegen äußere Feinde, und der jetzt, wo er von ihnen nicht bedroht war,seinem Retter in der Noth mit Undank lohnte. Der Große Kurfürstblieb fest. Seine bisherige Entschlossenheit fing schon an ihre guteWirkung zu äußern. Die Generalstaaten lenkten ein. Eine Resolution vom27. Dezember 1687 mies zwar die niederländisch-westindische Kompagniean, sich in Bertheidigungszustaud zu setzen, damit sie etwaigen Thütlich-keiten der brandenburgischen Schiffe an der Küste von Afrika mit ErfolgWiderstand leisten könnte, zugleich aber auch ihrerseits alle Beeinträch-tigungen der brandenburgischen Beamten und Kaufleute in den von diesenthatsächlich okkupierten Plätzen zu unterlassen und die letzteren zu respek-tieren. Außerdem sollte das Reglement mit dem brandenburgischen Ge-sandten im Haag vereinbart werden. Auf die Nachricht hiervon befahl derKurfürst diesem,^» hei Abfassung des Reglements darauf zu sehen, daß dieafrikanische Kompagnie in dem Besitz der drei Plätze Groß-Friedrichsburg,Accada und Taccarary „sammt dem furo ot libortuto ooiuraoioioruui,woselbst gedachte Kompagnie es hergebracht, unveränderlich" gelassen, unddaß eine Entschädigung von mindestens 20000 Thlr. geleistet wird.
Das alte Wort der Römer: „soiupor uliguicl novi ox ^.kriea,"sollte sich aber auch hier bestätigen. Noch im März 1688 traf die Nach-richt ein, 2 °° daß der holländische General de Sweers im vergangenenOktober die Plätze Accada und Taccarary überfallen, die Offiziere undMannschaften als Gefangene nach Elmina geschleppt und alle Waarenund Munition an sich genommen hat. Es wurde ferner berichtet, daßderselbe die Mohren gegen Groß-Friedrichsburg aufzuhetzen gedroht hatteund daß er diesen Ort gegenwärtig durch Absperrung aller Zugängethatsächlich blokiert. Der Kurfürst war davon auf das Schmerzlichsteberührt.2°^ „Wir lassen," so schreibt er an den Prinzen von Oranien,^»„Dieselben hochvernünftig urtheilen, wie tief Uns dergleichen Uroooäuronzu Gemüthe steigen müssen." Die Generalstaaten aber läßt er den Bor-
R. 65. 13. S. auch Urk. u. Aktenst. Bd. 3, S. 800.
2 °° Kurfürst an von Lieft, ä. ä. Potsdam, den 27. Dezember 1687/6. Januar1688. R. 65. 13.
S. auch unten Kap. 4, tz 1. Ausführlicher in „Brandenburg-Preußen," S. 28.„Brandenburg-Preußen," S. 29 fügt noch hinzu, daß den Großen Kurfürsten
auch die Nachricht von der Wegnahme des Schiffes „Berlin," welche Mitte Dezember1687 (1688 ist ein Druckfehler — f. Kap. 3, Z 2, Anm. 6) stattgefunden habe, mitSchmerz erfüllt hätte. Dies kann nicht der Fall gewesen sein, da jene Nachricht erst imJuni 1688 in Berlin eingetroffen war.
2 °^ il. ä. Potsdam, den 14./24. März 1688.