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3. Kapitel. Die brandenburgisch-afrikanische Kompagnie.
Festungen und eine damals schwebende geringe Entschädignngsfordcrungan Frankreich nicht in Ansatz gebracht sind. Den nicht patriotisch be-geisterten, sondern auf die Sicherheit ihrer Kapitalsanlage sehenden Par-ticipanten mußte unter solchen Verhältnissen ein wenig schwül zu Muthewerden. Es ist daher nicht zu verwundern, daß die Ostfriesen, die sichin Erwartung eines Gewinnes in die Gesellschaft begeben hatten, nn-gescheut ihr Mißvergnügen äußerten. Raule befürchtete Ärgeres vonihnen; im Geiste sah er den Untergang der Kompagnie, wenn sie ihnweiter in seineil Plänen störten, und deshalb drang er schon mit demAnfänge des Jahres 1686 mit Ungestüm in den Kurfürsten, sie abzufindenund ihren Antheil zu übernehmen; letzterer würde sich alsdann zwarauf 36000 Thlr. belaufen, aber in drei Jahren hoffentlich 100000 Thlr.Werth sein; es wäre für des Kurfürsten hohe (Uoiro unverantwortlich,um so eines wenigen willen eine so wichtige Sache fahren zu lassen?"Ja selbst die Berliner Partieipanten hätte Raule gern aus der Kompagniegedrängt, damit schließlich nur noch der Kurfürst und er selbst bctheiligt
wären?" „Wann uns denn Gott für Krieg und Seeschaden behütet,-
so will ich die OoiupaAnio mit Gottes Hilfe in den Stand bringen, daßEw. Chf. Dl. und Jhro hohe Nachkommen ein Wohlgefallen daran habensollten.... Allein, es liegt nur daran, daß Gott Ew. Chf. Dl. das Lebennoch eine Zeit lang fristete und mir, denn ohne mächtigen 8nxport undeiner Asnsralon Wissenschaft wäre es nur eine Thorheit."
Friedrich Wilhelm war kein Opfer zu groß, das von ihm ins Lebengerufene Werk auch am Leben zu erhalten. Er genehmigte die Abfindungder Ostfriesen aus seinen Mitteln und Hütte gewiß auch die Antheile derBerliner Partieipanten auf sich genommen, wenn diese nicht mehr aus Er-gebenheit gegen ihren Herrn — sic waren durchweg kurfürstliche Beamte —,als aus Begeisterung für die Sache darum gebeten hätten, in der Kompagniebleiben zu dürfen?" Auf die Nachricht von dem Entschlüsse des GroßenKurfürsten äußert sich Raule erfreut: „Mir hat das OoinpaZniowesen nochniemals besser gefallen als itznnd, ungeachtet es bishero von Schelmenund Ignoranten so jämmerlich mißhandelt worden. Doch man mußgedenken, daß allemal der Anfang schwer." Die Verhandlungen mit denOstfriescn gingen rasch von Statten und führten am 29. Juni 1686 zu
2" Raule an den Kurfürsten, ä. ä. Haag, den 9./19. Mai 1686. R. 65. 12.
Raule an den Kurfürsten, ü. ä. Haag, den 17./27. Mai 1686. R. 65. 12.22" S. Nrk. Th. II, Nr. 110 und die Randbemerkungen zur Urk. Th. II,Nr. 118.
222 Raule an den Kurfürsten, ü. ä. Haag, den 28. Mai/7. Juni 1686.R. 65. 12.