Z 1. Unter dem Großen Kurfürsten.
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der Mann, der „auf allerlei Erfindungen" einging, wenn er nicht derÜberzeugung war, daß es zum Wähle seiner Unterthanen gereichte?
Vorläufig blieben die erwähnten Projekte unausgeführt. Auch imDezember 1679 ließ sich der Kurfürst noch nicht darauf ein, wie Raulevorschlug, einer guineischen Kompagnie seinen Schutz zuzusagen. Diesesollte zuvörderst mit zwei Schiffen, deren Ausrüstung 54 000 Thlr. ge-kostet hätte, nach Guinea und Angola Handel treiben und hierin ans25 Jahre ausschließlich privilegiert werden. Vom Kurfürsten wurdeaußerdem uur verlangt, daß er zur Vertheidigung der Schiffe acht mitseinem Wappen versehene metallene Kanonen und 15 Soldaten hergebe,sich mit 10 000 Thlr. betheilige und der Kompagnie vier Jahre Lizent-freiheit für die ein- und ausgehenden Maaren bewillige. Dafür über-ließ man ihm die Ernennung des Präsidenten, während die Bestellungder „Bewindhaber" durch Wahl der Hauptparticipanten, das waren die-jenigen, welche 1000 Thlr. eingelegt, zu erfolgen hatte. Eine Einlagevon 500 Thlr. berechtigte einen Jeden zur Mitgliedschaft. Weitere Be-stimmungen regelten namentlich die Stellung der Bewindhaber, die Rech-nungslegung, den Einkauf der uach Afrika bestimmte:: Waaren und denVerkauf der Rückfrachten. — Auf die Frage, weßhalb Friedrich Wilhelmdamals noch nicht seine Zustimmung zu einem ihm zweifelsohne sym-pathischen Plane gab, findet sich keine andere Antwort, als die, daß erals ein rechter Landesvater erst bei seinem Volke das Interesse für See-unternehmungen erwecken wollte, ehe er sich an deren Spitze stellte. Ausdiesem Grunde sandte er, wie wir im vorigen Kapitel gesehen haben, imJanuar des folgenden Jahres seinen Generaldirektor nach Preußen. Wiewenig es demselben gelang, den Krämergeist der Königsberger zur Be-geisterung anzufachen, lehrt sein bereits erwähntes Memorial vom14. Februar 1680." Sie waren genau die alten, wie vor dreißig Jahren.Ein Mcnschenalter war spurlos an ihnen vorübergegangen. TaubenOhren hatten die deutschen Schriftsteller gepredigt, welche in der SchuleHollands erfahren hatten, wie auch ein kleines Land durch überseeischenHandel zu Macht und Reichthum gelangen konnte, wenn es vorwärtsstrebend den Kampf mit den Elementen aufnahm."" Und wie in Preußen,
" S. Urk. Th. II, Nr. 45.
2° S- z. B. Becher, a. a. O., S. 175, welcher Holland und Deutschland miteinander vergleicht und den Deutschen den Vorwurf macht, daß sie, obschon Deutschlandein mächtiges Land sei und seine „gewisse inländische Oonsumxtion habe," die Hollandnicht zur Seite stehe, „doch stille stehen und es solche thun lassen, die dergleichen nichthaben, nur darum, dieweil es bald hie, bald dort, bald an der RssolnOon, bald anwas anders fehlt."