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1 (1889)
Entstehung
Seite
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H 2. Plan einer knrbrandcnbnrgisch-ostindischen Kompagnie :c.

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der Völker, würden durch Verbreitung des Christenthums und den Auf-schwung der Kvmmcrzien erreicht werden. Zu diesem Behufe müssteman sich mit benachbarten Fürsten verbinden, die geeigneten Leute zurDirektion des Werkes, zur Führung der Schiffe u. s. w. zu gewinnenund die Mittel durch Kontributionen oder in anderer Weise zusammen-zubringen suchen; desgleichen würde die Gründung eines Ritterordens,wie St. Trinitatis, ähnlich dem Malteserorden, angebracht sein. DerReingewinn sollte zu einem Theile der Kirche, den Armen und demRitterorden, zum anderen Theile den Fürsten zufallcn, das letzte Drittelaber der Societät verbleiben.

Der Plan macht den Eindruck, wie wenn er dem Kopfe einesGelehrten oder eines Geistlichen entsprungen wäre. Jedenfalls rührter von einem Alaune her, der mit den inneren Zuständen Brandenburgszur damaligen Zeit ebenso wenig vertraut war, als mit den äußeren.

Die Zeitverhältnisse lagen für den Kurfürsten so ungünstig alsmöglich. Es war die Zeit, in der nur das dreimal verlängerte lu-clultuiu Lloratoruuu die Ritterschaft und Städte vor allgemeinem Ban-kerott bewahrt hatte, die Zeit der Kämpfe mit den Stünden. Kaumwaren diese inneren Zwistigkeiten beigelegt, da erheischten neue Unruhen,so die Einfälle des Herzogs von Lothringen in das Gebiet der rheinischenKurfürsten, die Ansprüche der Schweden auf die Reichsstadt Bremen,vor allem die drohenden Konjunkturen an der Ostgrenze noch im Laufedes Jahres 1654 neue Rüstungen. Konnte unter solchen Verhältnissenvom Großen Kurfürsten erwartet werden, daß er an Schiffahrt undWelthandel dachte? Und doch hat er es gethan, freilich nicht durchEingehen aus jenen ziemlich phantastischen Plan, sondern dadurch, daßer eine andere Gelegenheit, die allerdings nur eine entfernte Aussichtbot, seinen Kolonialpläncn dienstbar zu machen suchte. Es ist bekannt,daß der flüchtige Erbe der englischen Krone, der nachmalige KönigKarl II., fast alle Höfe des Festlandes in seiner Noth um Geldunter-stützuugcu anging, ja daß auch der deutsche Reichstag mit seinen Hilfs-gesuchen befaßt wurde und namentlich auf Betreiben des Großen Kur-fürsten sich zur Bewilligung einer erklecklichen Beihilfe von Seiten derReichsstände entschloß. Der König hatte Ursache, für die eifrige Ver-wendung Friedrich Wilhclm's besonders dankbar zu sein. Der Ausdruckdieser Gesinnung ist in einem Aktenstücke niedergelegt, das sich als einRevers des englischen Unterhändlers Grafen Rochester im Namen seinesKönigs darstellt. Darin verspricht derselbe außer der hier nichtinteressierenden Zusage einer Unterstützung im Kriegsfälle dem Kur-fürsten für die Zukunft Aufnahme in die englisch-ostindischc Kompagnie

Brandcnburg-PrcnbenS Kolonialpolitik. I. 4