Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
43
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ß 1. Plan einer kurbrandenburgisch-ostindischen Kompagnie. 16471652. 4Z

Schlezer stellte dagegen vor, daß die Königsbcrger, wenn sie überMangel oder Abgang der Mittel und Nahrung klagten, um so mehrUrsache hattendas an die Hand gegebene Werk, wodurch mehr Geld,Handel und Wandel ins Land gezogen würde, begierig nnzunehmen."Es wäre eine Schande, daß sie die geringfügige Summe, welche sievorräthig hätten oder zum mindesten jeden Augenblick aufbringen könnten,dem ihnen so gnädig gesinnten Kurfürsten nicht einmal gegen hinreichendeSicherheit vorschießen wollten. Ans sie fiele es zurück,wenn das ganzeWerk an so einem geringen haften thüte." Aber all dies vermochte ansdie getreuen Köuigsbergcr, von denen Gijsels angenommen hatte, siewürdenaufstützig" werden, wenn man sie zur Kompagnie nicht zu-zöge, ^ nicht den geringsten Eindruck zu machen.^

Bon dem Herzog von Kurland war gleichfalls nichts zu erhalten,denn er verlangte eine Sicherheit, die, nach Schlezcrs Bericht zu ur-theileu, der Verweigerung des Darlehns gleichkam, und zum Eintritt indie Kompagnie war er, wie es scheint, auch nicht geneigt."»

Es handelte sich nunmehr, wie Schlezer meinte, darum, sich vonden durch den Vertrag mit Dänemark übernommenen Pflichten zu be-freien. Drei Wege hielt er für möglich: der Kurfürst sollte entwederden König schlechtweg Hinhalten oder Ausflüchte, aus denen die Er-füllung des Vertrages abgelehnt würde, vorwenden oder endlich die inDänemark längst erwartete Gesandtschaft hinschicken und durch diese denKönig dahin disponieren lassen, daß er entweder sich auf eigene Gefahrgeduldete, bis es dem Kurfürsten möglich wäre, durch seine Schiffe dievstindischeu Besitzungen in Augenschein zu nehmen, oder daß erdieganze ostindische Illuoksiwion wieder an sich nehmen und den Kurfürstenauf freie Füße stellen möchte." Im ersten Falle wäre zu bedenken, daß

^ S. oben S. 17.

°° Die wahre Ursache für das ablehnende Verhalten der Königsberger lag sicher-lich nicht im Geldmangel. Denn Schlezer berichtete, ä. ü. Mhtow, 5./15. Januar 1652,es sei ihm aus Königsberg unterm 6. Januar 1652/27. Dezember 1651 geschriebenworden,wan Ew. Chf. Dl. den Städtischen die Malzmühle zur Versicherung wiedereinreumen wollte, das alsdan wol eine ziembliche Summe Geldes zu erhalten seinmochte. Da es nun Ew. Chf. Dl. gnädigst gesellig were, mir deßhalben Orärs undBefehl zu crtheilen, wolle ich noch für meiner Znrückkehr mich enßerst bemühen diemir fürgeschriebene Summe zu erlangen. Erwarte darauf mit unterthänigster OsvotiouEw. Chf. Dl. gnädigstes Roseriptum." Ein solches Reskript erging indes; nicht.R. XI. 130. (15>>). S. auch den Schlezerschen Bericht vom März 1652, Urk.Th. II, Nr. 15.

Urk. Th. II, Nr. 15. Es wird darin von denratiouss in eontrariuuw ge-sprochen, welche der Herzogdes Hauptwerks halben" gemacht hat. S. auch dasAnm. 102 zitierte Schreiben.