Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
41
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H 1. Plan einer kurbrandenburgisch-ostindischen Kompagnie. 16471652. 41

Nachdem so eine vorzügliche Rechtsform für die zu gründendeRolonialgcsellschaft geschaffen war, die nach dem Willen des Kurfürstenin der Person Eissels' einen hervorragend tüchtigen Präsidenten erhaltensollte,2b handelte es sich nur noch um die Beschaffung der nöthigenKapitalien. Wo sollte der Kurfürst sie hernehmen? Durch den Kriegwaren die regulären Einkünfteaus die Mlioo und andere tringendeAusgaben großentheils verwendet" worden, und es galt daher,zu denvon außen kommenden Fürfällen auf andere Mittel zu gedenken".^Tie Betheiligung der Hansastädte war bisher nur eine ideelle.Gijsels hatte zwar im Mai gemeldet:Die von Hamborch, also sie ver-träumen, daß durch Nons. Lolllo^or etwas gutes verrichtet werden Wirt,beginnen wiederumb aufzuwachen und schreiben mir, daß sie den Contraetbeginnen zu zeichnen." Damit gab es aber immer noch kein baaresGeld, ohne welches zu den dänischen Besitzungen nicht zu gelangen war.Ter Kurfürst beschloß daher dieses Mal nicht blos neue Theilnehmerzu suchen, und zwar besonders in der Stadt Königsberg und in derPerson seines Schwagers, des Herzogs Jakob von Kurland, sondernauch bei diesen beiden gegengebührenden Interest" und Psandsicherheiteine Anleihe von 26 OOO Thalern aufzunehmen. Den Herzog, an welchener sich zuerst wenden wollte, glaubte er dadurch zu gewinnen, daß erfür den Fall seines kinderlosen Versterbens ihm den alsdann vorhandenenKolonialbesitz und seinen Gesellschaftsantheil zu vermachen versprach.

Wiederum wurde Schlezer mit dieser Mission betraut; er erhieltzur leichteren Erledigung seiner Aufgabe ein Patent, mit Jedermannüber den Beitritt zur Kompagnie zu verhandeln.'-" Seinen Weg sollteer über Hamburg nehmen, um dem dortigen Magistrat vorzustellen, daßder Kurfürst die Stadt Hamburg durch Errichtung eines Kontors ge-nügend begünstige und dafür Privilegierung der Kompagnie durchdieselbe, sowie ihre rege Betheiligung erwarte, daß aber von einer Ge-währung der darüber hinausgehenden Ansprüche keine Rede sein könne.Nach glücklicher Erledigung aller Aufträge war er angewiesen, den Ver-trag in Kopenhagen zum Abschluß zu bringen.^

Ter Erfolg dieser Reise bereitete demKnrfürsten eine herbe Enttäuschung.

"b Bestallung vom August 1651, abgedr. Th. II, Nr. 13.

^ Kreditiv sür Schlezer bei den drei Städten Königsberg und den Partikularenund Kaufleuten daselbst, ä. <>. Duisburg, 31. August 1651. R. XI. 130. (15-h.

"" Relation, ä. <1. Cöln an der Spree, 14./24. Mai 1651. R. XI. 130. (10).

Patent vom 31. Aug. 1651, abgedr. Th II, Nr. 12.

^ S. oben S. 29.

22 Instruktion vom 30. August 1651, abgedr. Th. II, Nr. 11.