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1. Kapitel.
dachte daran sie zu zeichnen. Es wollte sich Niemand dazu verstehen,„ehe dan aus den Stadtmitteln eine ansehnliche Summe mit beigctragcnwürde. Die Portugiesen wollten nicht eher daran, ehe und bevor dieHamburger und Niederländer ihnen fürgegangen sein."
Genau so lautete der Bescheid, den ihm die Deputierten des
Raths mündlich überbrachten: Es gäbe zwar Leute, die Lust und Be-lieben zu dem Werke Hütten, die aber abgesehen von der Furcht vor derniederländisch-ostindischen Kompagnie nicht eher zeichnen wollten, alsbis der Magistrat ans dem Stadtsäckel eine Einlage gemacht hätte.
Hierzu wäre jedoch die Bewilligung der gesummten Bürgerschaft erforder-lich und deßhalb müßte die im Juli bevorstehende Versammlung derganzen Bürgerei abgewartet werden. Sic hofften, daß die Bürger-schaft 40—50000 Thaler bewilligen und die Admiralität 10000 Thalerhergeben werde; alsdann dürften die Kaufleutc keine Diffikultät mehrmachen. Schlezer mochte sich indcß der Sache weiter annehmen undmit ihnen korrespondieren. ^
Letzterer versuchte hierauf sein Heil bei der Stadt Lübeck. Es
erging ihm indeß nicht anders. Nachdem er mit einer besonders er-
nannten Deputation mehrere Konferenzen gehabt, ertheilte ihm derRath den Bescheid, daß die vorgctragene Sache für raisonnabel, xraoti-«abol und nützlich befunden, daß sie aber jetziger Zeit ox asrurio publieonicht wohl etwas dazu thun könnten, daß es daher auf die Kaufleuteankäme, die aber noch einige Zeit zur Überlegung bedurften, weil dieSache ganz neu; man zweifelte nicht, daß, „wan nur von andern derAnfang gemacht were," sich auch in Lübeck Theilnehmer finden würden?'*
Schlezer gab ihnen zwei Monate Bedenkzeit, bat sic aber sich zubeeilen, damit sie nicht etwa ausgeschlossen würden, falls inzwischendie Kompagnie zu Stande käme. Hierauf ging er nach Bremen,um zu sehen, ob dieses ihm etwas mehr als schöne Worte bieten
nehmigt mit folg. Worten: „Das hiebevor Uns unterthänigst zugeschickte Urosovb derOouckitionsu, die an Unser Seiten von der Compagnie erfordert werden, lassen WirUns in Gnaden gefallen und wollen Unfern Abgeordneten (Schlezer) zu einer Regel,wonach er sich in den Tractaten mit den Participanten in Preußen und anderer Ortenzu richten, fürgeschrieben haben." S. u. S. 31.
^ Die schriftliche Erklärung der Stadt, um welche Schlezer die Deputiertengebeten hatte, besagt nichts weiter, als daß die Stadt sich für die Eröffnung des Kur-fürsten bedanke und erbötig sei, die angetrageue Sache sowohl aus zustehendem Respektgegen den Kurfürsten, als ihres eigenen Interesses halber bestermaßen zu befördern. —Schlezers Relation, ck. ck. Hamburg, 7./17. Mai 1650. U. XI. 130. (8).
^ Relation, ck. ck. Lübeck, 15./25. Mai 1650. L. XI. 130. (8). Das Formularder Einschreibung ist hier ein wenig verändert worden. Es ist Th. II, Nr. 7>> abgedruckt.