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„Erstlingsgabe von Menschen" nach Delphi und unter diesen über-sandten Menschen seien auch Abkömmlinge von Jenen mitgekom-men. Als sie aber nicht im Stande waren, sich daselbst fortzu-bringen, seien sie zuerst nach Italien hinübergefahren und hättensich dort in Japygien ') niedergelassen; von Japygien seien siedann wieder nach Thrakien ansgewandert, wo sie Bottiäer ge-heißen hätten; daher komme es, daß die Jungfrauen der Bot-tiäer bei einem gewissen Opfer unter Anderem die Worte singen:
„Laßt u»S ziehen nach Athen."
Man sieht, wie mißlich es ist, sich einen Staat, der Wortund Lied besitzt, zum Feinde zu machen. Auch Minos blieb hin-fort für alle Zeit ein Gegenstand des Schimpfs und der Schmä-hung in allen attischen Theatern. Es war für ihn umsonst, daßihn Hesiod den „besten König" oder Homer „den Vertrauten Ju-piters" genannt hatte ^). Die Tragiker gewannen's und verbrei-teten von den Brettern der Bühne aus überallhin den bösen Rufseiner Grausamkeit und Härte. Und doch soll Minos ein Königund Gesetzgeber gewesen sein und Rhadamanthys ein Richter, derdie von Minos festgestellten rechtlichen Bestimmungen sorgfältigeinhielt!
Cap. 17.
Als nun die Zeit des dritten Tributs herankam und dieVäter, welche noch unverehelichte Kinder besaßen, diese zum Loosenstellen mußten, da wurden abermals gegen Aegeus die alten Ver-wünschungen laut. Alle Bürger äußerten ihren Schmerz undUnwillen: „er sei an der ganzen Sache schuldig und dabei derEinzige, der von der Strafe keinen Theil tragen müsse; währender einem unebenbürtigen, fremden Kinde die künftige Herrschaftzuerkannt habe, kümmere er sich nichts darum, daß die Bürger
y Iahygta, eine Landschaft im südlichen Italien.
>) Die Bottiäer wohnten an der thrakischen Küste, in der Nähe von Thessaloniks.s) Homer Od. XIX, 17 g. Die hesiodische Stelle findet sich nicht mehr.