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Der König selbst War durch Weiber und Wein geistig so sehrheruntergekommen, daß er, wenn er noch am ehesten nüchtern undverhältnißmäßig bei Verstände war, nur eben Feste feierte unddabei, mit der Pauke in der Hand, in der Residenz Umzüge hielt.Die wichtigsten Angelegenheiten der Regierung besorgte die Ge-liebte des Königs, Agathoklea, nebst deren Mutter und einemBordellbesiher Oenanthes.
Dennoch schien es anfänglich, als ob man immerhin denKlcomenes nicht ganz entbehrlich finde. Denn Ptolemäus fürch-tete seinen Bruder Magas, weil dieser durch den Einfluß seinerMutter bei der Armee in hoher Geltung stand. Er zog daherauch den Klcomenes herbei und ließ ihn an seinen geheimen Be-rathungcn Theil nehmen, indem er die Ermordung seines Brudersbeabsichtigte. Während nun alle Andern zur Ausführung diesesPlanes auffordcrten, blieb Klcomenes der Einzige, der mit Nein!stimmte. Er erklärte: „wenn cs möglich wäre, müßte man deinKönige lieber noch m eh r Brüder schaffen — zur Sicherheit undzum Bestand seiner Regierung."
Als nun Sosibius, welcher unter den näheren Vertrautender einflußreichste war, sich dahin äußerte: „daß sie sich eben aufdie Soldtruppen nicht gehörig verlassen könnten, solange Magaslebe!" so bat ihn Klcomenes, wegen dieses Punktes ganz unbe-sorgt zu sein. „Mehr als dreitausend Mann von den fremdenTruppen seien Peloponnesier, und diese richteten sich nach ihm;er brauche nur zu winken, und alle würden bereitwillig, die Waffenin der Hand, sich cinstellcn!"
Diese Aeußerung vermehrte für den Augenblick das Vertrauenauf die guten Gesinnungen des Kleomcncs nicht wenig, und ebensoden Glauben an seine bedeutende Macht. Späterhin aber, alsdurch die Schwachheit des Ptolemäus auch dessen Furchtsamkeitsich steigerte, und als — nach der häufigen Erfahrung bei ge-dankenlosen Menschen — Angst vor Allem und Mißtrauen gegenJedermann für das Sicherste zu gelten ansing: da machte jenesgleiche Wort den Klcomenes bei den Höflingen zu einem Gegen-
») PtolomLuS Philopator.