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16 (1880) Agis und Kleomenes
Entstehung
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Mutter wegen nach Aegypten kommen? Da wäre es doch fürsie ein schönes, bcueidenswerthes Schauspiel, wenn sie dich denWeibern eines Ptolemäus zeigte, — den Exkönig als Gefangenen,ihren Sohn als Flüchtling! Nein, so lange wir noch Herrensind über unser eigenes Schwert und Lakvnien noch in Sichthaben, wollen wir nicht uns hier frei machen von dem Schicksal,hier uns rechtfertigen gegen die, so bei Sellasia gefallen sind fürSparta? Oder wollen wir lieber in Aegypten Hinsitzen und unsfragen: wen Antigonus als Satrapen für Lakedämon hintcrlassenhat?"

Auf diese Worte Thcrykions erwiderte Klcomcncs: „Schurke,wenn du dem Leichtesten in der Welt, was Jedermann habenkann, dem Tode, nachjagst, — da träumst du noch von einemHcldenthnm? Und bist dabei doch auf einer Flucht, die schmäh-licher ist, als jene erste war! Dem Feinde sind schon Leute ge-wichen, die tapferer waren, als wir, — wenn das Glück sie be-trog, oder wenn die Uebcrmacht sic überwältigte. Wer aber beiMühsal und Leiden, wer bei Mcnschentadcl und Mcnschcnmcinungenden Muth sinken läßt, der unterliegt nur seiner eigenen Schwach-heit. Der frei erwählte Tod darf nicht eine Flucht sein vor demHandeln, sondern selbst ein Handeln. Es ist schmählich, nur fürsich selbst zu leben, nur für sich selbst zu sterben. Und dazuforderst du mich auf, weil du darauf dringst, uns losznmachcnans der Lage des Augenblicks, ohne sonst etwas Edles oder Nütz-liches dadurch ins Werk zu setzen. Meine Meinung ist: ich unddu, — wir beide dürfen die Hoffnungen, die wir noch für dasVaterland hegen, nicht aufgcben. Wenn diese Hoffnungen unsaufgeben, dann werden wir leicht den Tod finden, welchen wirsuchen!"

Auf diese Worte erwiderte Therykion nichts. Allein sobalder einen günstigen Augenblick erhaschte, nur sich von Klcomeneszu entfernen, ging er beiseite — an das Ufer des Meeres und —erstach sich.