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16 (1880) Agis und Kleomenes
Entstehung
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Siebzehntes Kapitrl.

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eingeschlossen; als er flüchten mußte, verharrte sie in ihrer Trauerund ihren: Unwillen gegen Kleombrotus. Aber jetzt, als dasSchicksal sich wendete, that sie es gleichfalls, und man sah siemit ihren: Gatten als Schutzflehende an: Altäre sitzen, indemsie ihn mit ihren Armen umschlang und von ihren Kinderndas eine rechts, das andere links schirmend zur Seite behielt.

Jedermann verwunderte sich, jedermann war gerührt überden Edelmut und die Liebe dieser Frau, welche ihren Schleierund ihre Locken, die nachlässig herunterhingen, mit der Handberührte, indem sie sprach: „Vater, diesen Zustand, dieses Äußerehat mir nicht das Mitleid mit Kleombrotus gegeben; nein, deinUnglück, deine Verbannung ist es, weshalb mir der Schmerzgeblieben ist als mein einziger Freund und Geführte. Was sollich thun? Soll ich, während du König in Sparta, währenddu der Sieger bist, fortlcben in diesem Elend? Oder soll ichein glänzendes, fürstliches Gewand anlegen und es darin mitansehn, wie von dir der Gatte meiner Jugend gemordet wird?Wenn es ihm nicht gelingt, Vezeihung von dir zu erbitten,wenn er dich nicht bewegen kann durch die Thränen seiner Kinderund seines Weibes: dann muß er eine schwerere Strafe, alsdu selber wünschest, erdulden für sein schlimmes Unternehmen: ermuß sehen, wie ich, die er so sehr geliebt, noch vor ihm sterbe.Wie könnte ich denn noch leben mit freiem Blicke gegen dieanderen Frauen, wenn ich weder von meinen: Manne, noch vonmeinem Vater ein Erbarmen finde mit allen meinen Bitten?Nein, dann bin ich nur geboren, um als Weib und als Tochterunglücklich zu sein und Schmach zu dulden mit den Meinigen.Wenn er vielleicht nun auch einen scheinbar besseren Vorwandhatte, — ich Hab' ihm diesen genommen, damals genommen,als ich mit dir die Prüfung bestand und Zeugnis ablegte widersein Beginnen. Du machst ihn: bei seiner Schuld die Vertei-digung lei.cht, wenn du die königliche Macht so groß, so erkäm-pfenswert darstellst, daß man um ihretwillen selbst einen Eidammorden und gegen die Bitten seiner Kinder taub sein darf!"