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16 (1880) Agis und Kleomenes
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Plutcirch, Agis.

Achtzehntes Kapitel.

Bei diesen flehenden Worten legte Chilonis ihr Angesichtauf das Haupt des Klcombrotus und lies; einen erstorbenen,thränenfeuchten Blick über die Anwesenden hinschweifen. Nacheiner kürzen Besprechung mit seinen Freunden hieß nun Leonidasden Kleombrotus sich erheben, um in die Verbannung zu gehen.Seine Tochter dagegen bat er zu bleiben und ihn nicht zu ver-lassen, da er sie so innig liebe und ihr einen Beweis dieserGesinnung gegeben habe durch die Begnadigung ihres Mannes.

Allein er vermochte nicht, sie zu bewegen. Vielmehr alsihr Mann sich erhob, legte sie ihm eines der beiden Kinder indie Arme, nahm selbst das andere, betete noch an dem Altäreder Göttin und verlies; sodann den Tempel mit ihm, so daßKleombrotus, wenn er nicht von eitler Ruhmsucht völlig ge-blendet war, seine Verbannung für ein größeres Glück hätte haltenmüssen, als selbst die Krone, um eines solchen Weibes willen!

Sobald Leonidas nun den Kleombrotus entfernt und dieersten Ephoren abgesetzt, dagegen andere an ihrer Statt ein-gesetzt hatte, begann er alsbald seine Jntriguen gegen Agis.

Anfänglich suchte er ihn zu bereden, daß er den Tempelverlassen sollte, um mit ihm den Thron zu teilen, weil dieBürger ihm ihre Verzeihung gewährt hätten; denn er sei ebenals ein junger ehrgeiziger Mann von Agesilaus hintergangenworden, wie andere auch!

Agis schöpfte jedoch Verdacht und blieb an seinem Platze,weshalb Leonidas aufhörte, ihn mit seiner Heuchelei berücken zuwollen. Dagegen kamen A'mphares, Damo'chares und Arkesilaüssehr häufig und unterhielten sich mit ihm. Manchmal nahmensie ihn auch mit zum Bade, führten ihn dann von dem Tempelhinweg und brachten ihn nach dem Baden wieder in Pie Sicher-heit des Tempels zurück. Sie waren insgesamt vertrauteFreunde von ihm. Amphares hatte sogar erst vor kurzem kost-bare Kleidungsstücke und Trinkgefäße von Agesi'ftrata entlehnt.Aber eben deshalb schmiedete er jetzt gegen den König und die