Elftes Kapitel.
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Art so weit von ihnen gebracht, daß sich für die Verwerfungdes Vorschlages eine Majorität von einer Stimme bildete.
Aber Lpsandcr, der noch im Amte stand, beeilte sich nun,den Leonidas gerichtlich zu verfolgen, und zwar gemäß einemgewissen alten Gesetze, welches jedem Herakliden verbot, sichmit einem ausländischen Weibe zu verehelichen, und jeden, derSparta verließ, um sich anderwärts niederzulassen, mit derTodesstrafe belegte. Dies waren die Gründe, welche er einigeandere Personen gegen Leonidas vorzubringen anstiftete. Erselbst lauerte mit seinen Amtsgenossen nur auf ein bekanntesZeichen, das in folgendem besteht:
Alle neun Jahre nehmen die Ephoren eine unbewölkte undmondlose Nacht und setzen sich in der Stille nieder, den Blicknach dein Himmel gerichtet. Wenn nun ein Stern von einergewissen Seite nach einer anderen hinüber fliegt, so ist ihnendies ein Zeichen davon, daß die Könige sicki gegen die Gottheitversündigt hätten. Man enthebt sie also ihrer Würde, bisvon Dc'lphi oder Olp'mpia ein Orakelspruch eingetroffen ist,der die verurteilten Fürsten wieder freispricht.
Dieses Zeichen, behauptete Lysander, sei ihm wirklich ge-worden. Deswegen brachte er den Leonidas vor Gericht undstellte Zeugen auf, daß derselbe von einer asiatischen Frau,die ein Untcrfeldhcrr des Seleukus ihm zur Ehe gegeben hätte,zwei kleine Kinder besitze; weil er aber von seiner Frau schlechtbehandelt und gehaßt werde, sei er gegen seine eigentliche Ab-sicht in die Heimat zurückgekehrt und habe daselbst den geradeerledigten Thron an sich gerissen.
Zugleich mit der Einleitung des Prozesses bewog er denKleo'mbrotus, die Krone anzusprechen; dies war ein Schwieger-sohn des Leo'nidas und selbst von königlichem Geblüt.
In seiner Angst flüchtete sich nun Leonidas in den Tempelder Athe'ne „vom ehernen Hause", und seine Tochter flüchtetegleichfalls zu ihrem Vater dorthin, indem sie den Kleo'mbrotusverließ. Der Vorladung vor Gericht leistete er keine Folge,weswegen man ihm durch richterlichen Spruch die königlicheWürde entzog, um sie dem Kleombrotus zu übergeben.