horten und denselben eine größere Einmischung in die öffent-lichen Angelegenheiten gestatteten, als sich selbst in die eigenenhäuslichen.
Aber damals befand sich von den lakedämonischen Reich-tümern der größte Teil in den Händen der Weiberwelt, einUmstand, der für Agis seine Unternehmung sehr schwierig, ja.fast unausführbar machte.
Denn die Frauen opponierten, nicht bloß weil sie einenLuxus verlieren sollten, in welchem sie bei ihrer Unkenntnis deswahrhaft Edlen das höchste Glück fanden, sondern sie thaten esauch, weil sie für die Ehre und Macht, welche sie durch ihrenReichtum genossen, eine wesentliche Beschränkung voraussahen.Sie wandten sich daher an Leonidas mit der Aufforderung, alsder ältere dem Agis Einhalt zu thun und die Ausführungseiner Plane zu verhindern.
Nun hatte zwar Leonidas große Lust, die Partei der Reichenzu unterstützen; auf der anderen Seite aber fürchtete er sich vordemVolke, welches die beabsichtigteVeränderungsehnlichstwünschte.Er that deswegen nichts gegen Agis in offener Weise; dagegensuchte er heimlich der beabsichtigten Unternehmung Schaden zuthun und sie zu Hintertreiben, indem er mit den höchsten Staats-beamten sich besprach und den Agis verleumdete: „Agis",sagte er, „wolle nur eine despotische Macht gewinnen, wenn erder unbemittelten Klasse den Besitz der begüterten anbiete.Mit allen Schenkungen an Landbesitz, mit allem Nachlassen vonSchulden wolle er lediglich eine Masse von Trabanten für sichselbst erkaufen, — keineswegs neue Bürger für Sparta!"
Achtes Kapitel.
Dessenungeachtet setzte Agis die Ernennung desLysander zumEphoren durch und brachte alsbald durch dessen Vermittelung einenGesetzesvorschlag an den Senat, von welchem die Hauptpunktefolgende waren: „Alle Schulden sollten den Schuldnern erlassensein; bei der neuen Landesverteilung sollte der Strich, welcher