Druckschrift 
4 (1823)
Entstehung
Seite
98
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eiue große Zahl Gefangener gemacht. Alvinzi batte in seinemRücken 7 bis 8000 Mann in Echelons ausgestellt, um seinen Rück-zug zu sichern uud seine Parks zu cücortircn und so war seineStreitlinie nicht starker als die unsrige. Den ganzen Abend wurdeer auf der Flucht verfolgt, während der Nacht setzte er seinenRückzug nach Vicenza fort, und unsre Cavalerie hinter ihm dreinbis über Montcbello.

Au Villa-Nova machte Napoleon Halt, um dort die Berichteüber die Verfolgung des Feindes und den Widerstand des feind-lichen Nachtrabs zu vernehmen. Er verfügte sich in das Klosterdes heiligen Bonifacius, dessen Kirche zum Hospital diente. Dortfand er 4 bis 5 oo Verwundete und größtentheils Todte; ein Leichen-geruch kam ihm daraus entgegen und schreckte ihn zurück.Jetzt hörte er sich bei dem Namen rufen; zwei unglückliche Fran-zosen lagen dort seit drei Tagen verwundet, mitten unter denTobten, ohne alle Nahrung uud ohne verbunden zn scpn. Siewaren in Verzweiflung; aber der Anblick ihres Generals brachtesie wieder zum Leben. Es wurde ihnen sogleich alle nur möglicheHülfe verschafft.

Der französische General untersuchte die .Höhen von Saldier»und setzte sich dann nach Verona in Marsch. Auf halbem Wegebegegnete er einem Offizier vom österreichischen Generalstaabe, denDavidowich an Alvinzi schickte. Der junge Mann hatte sich unt-ren unter seinen Freunden geglaubt. Nach seinen Depeschen warseit drei Lagen zwischen beiden Armeen keine Mittheilung erfolgt.Davidowich wußte nichts von dem, was vorgegangen war.

X. Die französische Armee kommt auf dem rech-ten Ufer triumphirend nach Verona zurück. Napo- .leon zog, nachdem er vor drei Tagen heimlich durch das Thorvon Mayland abgegangcn war, durch das Thor von Venedig imTriumph zu Vervna wieder ein. Schwerlich kann man sick dasErstaunen und den Enthusiasmus der Einwohner vorstellen. Selbstunsere erklärtesten Feinde konnten nicht kalt bleiben und huldigte»uns gleich unseren Freunden. Der französische General ging nach demrechten Ufer der Etsch und auf Davidowich los, der noch bei Ri-voli stand, nun aber von Posten zu Posten gejagt und unterSchwerdtstrcichen bis Roveredo verfolgt wurde- Man rechnet, daßAlvinzi von seinen 6c, bis 70,000 Mann in diesen Gefechten äobis 36,000 und zwar die Elite seiner Truppen verlor.

Inzwischen waren so große Erfolge nicht ohne Verlust erlangtworden und die Armee bedurfte mehr als je der Ruhe, Der fra»-