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VI. Nachtmarsch der Armee nach Noneo, wo sieauf einer aus Kähnen erbeuteten Brücke über dieEtsch geht. Endlich greift am i4. November mit Einbruch derNacht das Lager von Verona zu den Waffen. In der größ-te» Stille setzen sich die Colounen in Marsch, gehen durch dieStadt und stellen sich auf dem rechten Ufer auf. Die Stunde desAusbruchs, die Richtung, welche man nimmt, und die wie ei» Rück-zug anssieht, das Schweigen, daS man beobachtet, dagegen sonst ge-wöhnlich mittelst Lagöbcfehls bekannt gemacht wird, daß man sichschlagen wolle, die eingtretenen Verhältnisse, mit einem Worte Allesbestätigt die Meinung, daß man sich zurückziche. Der erste Schrittschon zu einer solchen Maaßrcgel, der unvermeidlich die Aufhebungder Belagerung von Mantua zur Folge haben muß, kündet denVerlust von ganz Italien im Voraus an; und derjenige Theilseiner Bewohner der in unsre Siege die Hoffnung einer schönenZukunft seht, folgt ängstlich und mir gepreßtem Herzen den Bewe-gungen eines Heeres, mit welchem jene heitre Aussicht verschwindet.
Auf einmal macht die Armee, anstatt die Straße von Peschie-ra zu verfolgen, links um, geht an der Etsch fort und kömmt dannnoch vor Tages Anbruch nach Rvnco. Andreossy hatte eben dort ei-ne Brücke schlagen lassen und mit den ersten Strahlen der Sonneerblickt sich das Heer durch ein einfaches Linksabmarschiren mit gro-ßem Erstaunen auf dem entgegengesetzten Ufer. Jetzt begannendie Offiziers und die Soldaten, welche zu der Zeit, als sie Wurm-scr verfolgt hatten, durch diese Gegenden gekommen waren, die Ab-sicht des Generals zu begreiffen. Sie sehen wohl, daß er Sal-diere, welches er nicht nehmen konnte, umgehn will; daß, da er mit12000 Mann gegen 4üooo in der Ebene nichts ausrichten kann, erletztrc auf bloße Chausseen, in weite Sumpfe lockt, wo die Mengeunnütz wird und der Muth an den Spitzen der Colonnen allesgilt. Jetzt belebt aufs Nene Siegeshoffnnng alle Herzen; jederwill sich selbst übertreffen, um einen so schöne», so muthvvllenPlan zu unterstützen.
Kilmaine war mit i5oo Mann von allen Waffengattungen zuVerona geblieben, hatte seine Thore fest gesperrt und alle Verbin-dungen streng untersagt. Der Feind war in gänzlicher Unwissenheitüber unsre Bewegung.
Die Brücke von Rvnco war »ach dem rechten Ufer des Alponzu geschlagen, ohngefahr eine Viertelstunde vor dessen Mündung.Wäre sie nach dem linken Ufer hin geschlagen worden, so hätteman sich auf ebnen Lande befunden, anstatt daß man in Morä-sten sey» wollte, wo die Vielzahl der Truppen ohne Nutzen ist.