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2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
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Bürger.

56.

Hans (Mrtenöerg an (Ukrich SxLenneer in -Nugsöurg. (Ulm.)März 28.

1472

Befinden. Teilt ihm Näheres bezüglich gewiflcr Beschuldigungen mit. Seine Geliebte in Augsburghabe ihm, um ihm Geld zu verschaffen, mehrere Dinge zum Versetzen gegeben. Gestohlen habe er denMantel nicht. Die Frau eines ZimmermannL könne das bezeugen. Bittet um jenes Meinung, ob mandem Rat in der Sache schreibe» solle. Er möge Näheres an seine, des Bricfschreibers, Mutter schreiben,sich überhaupt der Sache annchmen.

Augsburg, Stadtarchiv. Or.

Min früntlichen grüß. Wysß, lieber Ulrich Sydoneer^), das ich gesundbin und woll mag: desselben geliehen hortt ich allzytt gern von dir. Och wyss,licbsers Ulrich Sydoneer, mir send seltzenos!)") red fyrkomen, das es sych nit er-fynden sol nnd, an gott will, fynden mag. Und wyll dir sagen, wy es gangen ist.Ich Hans gebüllott 2). Das hän ich gerett, ich terft woll geltz. Da für suyzu und gieng der nnderos!) hoffrowo s!s ^), des gab suy^) ir ain sturtz"), den sottsny voll mhnen wegell fersetzen. Das tett suy nnd bracht suy worttzaichen7 groß. Uyber acht tag darnach bat ich sy aber umb gelt^), da für suy

nnd gab in mir, ich seit in fersetzen. Das tett ich nnd wersatz in nmb 13 groß,

und wen mall nit last^) in 14 tagen, so sett er verstaut") syn. Aslssso gab suymir den mantel och: ich sett in ferkäffen oder versetzen. Das Hab ich och tänden beltz des Kerlins"), mackt^st mysnss schswsagers, des kyrsners. So wayss ichnit, was sh das regentüch") versetzt hat lind den mantel diner husfrouen. Und

suy kam hernach an aller haylligen tag ^^) gm Ulm mir in der kyrchen lind

batt mich, ich setz") mit mir anwegfyeren, das wolt ich nit tün. Und da hettsuy ain kelß") kyssezyech^"), da hatt suy in beckytt") und ander dinglach") och,und hatt mich gern yberrett, das ich sy hett anweggefyertt: das wolt ich nittün. Und hett ich irs genomen, so hett suy mich desselben mals verklackt

Ulm. Aber suy") west woll aber, das es erlogen was. Und dny under hos-sron waist ällos!) gleghalt^") woll und ist allweg darby gewesten. Ir man istöch ain zymerman und sytzend by dem hailligkrytzertor"') am grab, da der brunist, bim Heebrccht, bim kyrsner, sind zwo stuben ob ainander. Und dny hür istin lnins vatter huss gewesen und by miner müter. Und weller mich das zycht,

') Seidennäher (mhd. Liäsuusbsr, Seidensticker) wäre die nhd. Form dieses Namens, der auchin der Briefadresse entsprechend geschrieben wird. seltsame. gebuhlet. Ngl. Schmeller I^, 1059:Jnman oder hoffraw (die bey jemand zur Miethe wohnt)." °) Or.: sisuy. Doch soll das si wohlausgestrichen sein. °) Schleier, eig. Trauerschleier; Schmeller II*, 787. ?) Or.: gctt. einlöst. ^verfallen.Vgl. Schmeller 112,715. ^) Karoline? ") Magd. ^ Regcntuch. Für den Fall des Regens mitgeführteTücher. Vgl. Schmeller II?, 70: ..Ehmals gehörten solche Tücher, auch ohne Regen, zum Staatsanzugder Nürnberger Bürgerinnen. Es war gewöhnlich grün, bey einer Trauer aber weiß." Dahinterim Or.: kam suy. ") sollte sie. ") Kölsch (Kölnisch), Kölner Leinwand, Lcinenzeug zu Belten.Schmeller I^, 803: ..gewöhnlich weiß und blau oder weiß und roth gewürfelte Art Leinwand". ") Kissen«Überzug (zieche). Lecket, Becken. Vgl. Fischer, Schwäb. Wb. I, 742. Dinglach, Ding, Habe, Stück.Dgl. Fischer a. a. O. II, 217. Dr.: sisuy. Doch könnte si ausgestrichen sein. ^) Gelegenheit.2*) Heiligkreuztor in Augsburg.

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