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2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
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Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.

Es spricht der lieb, suß saut Bernhards: „er ist angesmyt mit henden und süssen,er mag dir nit entrinnen, er hat sain angesicht gegen dir gekert, er will dirgeben den kuß des frids." Mer spricht unsser lieber her selber^): „Eins ist,^t" — nun welches ist das ein, das als not ist, das du bekenest dein nicht, dasdein eigen ist, was du Pist und wer du Pist, von dir selber. Umb dycz hastuunsserm Herrn als angst gemacht, das er plut schwiczet, umb das du das einnit wollst bekenen. So ruffei er an den krenez^): „mein got, wie hastu michgelassen!" Wann dicz ein, das not ist, linder, last alle zergengliche ding farn,es ist ein nyst^), und arbeit°) allein nach diesen ein; wenn ir das erlangt, so habtir wol gearbeit. Darumb sprach unsser Herr zu Marias: „Maria hat den Pestenteil erwelt": das helf uns allen der gesponß aller reinen herczcn. Liebenswestern °), ir ^) sult auch der ellendeu mutter nit vergessen, lauft zu ir und feintsy lieblichesn) trösten und demutiglichen trösten, secht sy an mit den ynnern äugeneuerß herczen, Pit sy demutiglichen umb ihren einczigen snn, on allen zweiffel, sychder bitt euch gnad, last neur nit ab. Ich bitt euch, gedenkt auch umb goczwillen an ein sunderin in euer andacht.

Swester Kungund, kelnerin zu dem Gnadenperg.

(Adr.) Der erwergen frauen Walburg Sigmund Furererin, unsser be-funden! guten frenndin.

2S.

Earöara ^ürer, Ukssterschwester in GnaLenöerg, an ihre Mutier Maköurg§ürer in (Nürnöerg. (Gnadenberg.) Ohne Jahr (vor 1462)?)

Befinden. Grüße. Bitte um Übersendung von allerlei Dingen.

Nürnberg. Ebenda. Or.

Gedruckt: a. a. O. S. 64 f.

Mein freuntlichen, willigen dienst zu allen ziten. Liebe frau. Wist, daczwir noch wohl ntugen, und mein dink ist gut worden von den gnaden gocz.Got wollt, dacz ir euch nur wol gehabt und gesund werd und unser lind, dasgeb gott mit genaden und mit seligkeit! Amen. Und sorgt nit nmb uns nochkein dinck, gott machst) es alles gut. Ich sorg nur umb euch alle: gott maches gut! Amen. Gruz unß, wer euch lieb sey und mir, und Herr Jacob undjedermann. Item, liebe frau, send der maid ein stercz"), 2 elu und ein fiertail.Item, liebe frau, sent der maid Urseln, was sie euch geschriben hat. Item, liebefrau, seut mir filczschuch uud der Urseln eur s?j socheln") und mir ein lot saffran:des bit ich euch ^), molt sovil nemen. Und send nnß ein kleines kreußeleiu "), nitein groz. Ich will euch schier mer schreiben, es get uns gar wol. Und esgrust euch meine frau und die Barbara und Katrein und die franen all mit

v An welcher Stelle? 2 ) Luc. w, 42 . Matth. 27, 46. ein Nichts, ein Unwert. °) arbeitet.

Druck: schwestern. ') Druck: ihr. °> Druck: sey. °) Wegen Erwähnung der Ursula, die I4S2 starb.n>> stürz, Schleier, Trauerschleier, auch Tranerklcid. Sockeln, Schuhwerk der Ordensleutc: Sandalenvon Leder oder Holz. Grimm X, 13S3. Druck: bit euch. Ich. ") Krüglein.