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2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
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Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.

vier ärch*): trist alz 16 K 7 A daran hat im der Springer Pracht 4 gnldeur(cinisch) und 1 c°°) smalcz. Pfleg euer goi!

Sigmnnd Aindarffer.

(Ohne Adresse.)

22 .

(Ursula Lltndsrffrr, (Witwe, an Lensekken. Ohne Ort. 1455 Juni 21.

Bittet um Ausfertigung der Verschreibungen. Man habe sic bei ihm verleumdet. Sic habe nurim Interesse ihrer Kinder gehandelt. Hofft auf seine Fürsorge für dieselben. Sie wäre gern zumBesuch der Kinder und des AbtS gekommen, habe sich aber wegen der Anschuldigungen gegen sienicht getraut.

München, Kreisarchiv. Ebenda. Or.

Mein undcrstansigkait wist. Gnädiger her. Ich pit euch nndertanigkleich,ir wett als gnädig und guetig sein und Welt die priff ferdigen, als euch derTafkirchner 3) ze wissen Wirt tuen, Ivan ich doch an meinen kinden nit anders tuenwill dan ain frnmc, treues mntcr. Ich trän euren gnaden, ir wellt eS in tibund freunthschaft lassen Peleiben, als enr genad in dem anfanck snrgcsezz und an-gesechen ist, wan mein frennt und ich nicht anders pegcrn, dan das Pitleichund rechtleich ist. Ich Hab gehört, man Hab mich fast gegen euren gnaden ver-sagt"), des ich zno got hoff, das sich also nit finten still, als ich es dem

Teifkircher erzelt Hab und Piten, euren gnaden ze sagen. Tran ich euren gnaden,das ir solleich von mir nit Welt gelanben; Ivan Inas ich verkauft Hab, daS Habich im pesten tan, damit es meinen kinden nit vertragen ^) und verloren ivnrt.Ich trau auch euren gnaden, ir last euch meinen kint enpfolchcn sein, wan sinimant haben dan got und euch. Und, enr gnad, ich hct willen, ich wollt zne

meinen kinden hinein sein gefaren und zno euren gnaden, davon ich rat wollt

haben genamen, als mir enr gnad am naschten verschriben hat: da torst ich esnit tuen aufs sölleich verklagen, das man mich gegen euren gnaden tan hat.Ich pit enr gnad, ir wellt mir mein ainfaltigs schreiben nicht in nbell auff-ncmen, wan kam mensch darumb wais. Also pefilch ich euch dem almachtigengot. Geben an samztag vor sant Johanes tag 55. jar.

Ursclla Aindarferin,ellcntten witib. ^)

lAdr.) Dem hochwirdigen, geischslseichen hersn), Herrn Kasper, abt ze Tegersse),meinem gnädigen hersn).

*) Stricke? Vgl. Schmetter 1 ^. 138: ürch Vorrichtung für den Fischfang: die Pluralsorm archenbedeutet auch „Stricke, an welchen Fisch- oder Jagdzeug ansgespannt wird". ?) Zentner. Vgl. SchmetterU 2 , 551: „drey zenten . . , schmaltz". Georg Taufkirch(n)er war Klosterrichter 1431—1465. Wessingera. a. O. S. 252. Der Vorname Georg wird durch Brief vir. 24 und 26 bestätigt. 4) 5)r.: treuenö) verleumdet. °) wegtragen. Witwe des älteren Bruders des Abtes, Sigmund Aindorffcrs. Nachdessen Tode war der Abt mit seinem Stiefbruder Kaspar Prandt Vormund der Kinder des Verstorbenen:Andreas, Sigmund, Kaspar und Dorothea. Wessinger a. a. O. S. 199.