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2 (1907) Geistliche - Bürger, 1
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Deutsche Privatbriefc des Mittelalters.

wonnerst Czerwist. Myu leve Andreas, ick Wolde juck velc scryveu unde kannicht. Unde in dusser inyncr hantseryfft segge ich den crsamen radt unde devorsichtige castmeister unde geistlychc nunncn guydt, tedich unde locß van demgetde, alle hyrvor benomet, van dussem tivenndevertigesten jarc. Hyrmedehabbet gedult umme Jesus willen, ich kan des nicht betercn, unde bcwißet juckwillich unde nemet dat loeu van dem Heren unde van dem gclde. Ich kanleider nychtes nicht don wau^ bedcn, >van mich got genade gevet. Gcscrevenmiddewecken vor lichtmyssen unser leven srauen dach anno vorbcrnrt.

Ludgerus Kemmerlinck, eyn altcristc altaris sanctiAnthonii in snnte Ricolaes kirchcn to Czerwist,eyn dencr Nlichaelis Glyn gotseligcr, do helevcde.

(Adr.) Dem ersamen unde wolwyscn Andreas Lambrecht, sccpe to Czerwist,mynen gunstygcn Heren, sruntlichen gcscreven?)

17.

DersekKe an Lenseköen. Ohne Ort. 1443 September 10.

Er habe kürzlich dem Boten nicht Gutes erweisen und das Schriftstück nicht eher schicken können.Bittet, wieder für die Zahlung des Geldes an ihn zu sorgen. Er müsse Holz kaufen und sei sehr krank.

Zerbst, Stadtarchiv. II, 9. Lr.

Loeff unde ere sy dem Heren nü unde in ewichcyt. Leve vader, nemptnicht vor ovcl an, dat ich arme merteler vme nicht dogetch dede, de guam undesach, ofs ich noch levedc. Ick hadde nichtes nicht dvsnlves, so santc ick uthmync bibelc, dar borchde ick np scß schillynge, unde lvolde ome gcdau hebben,wes ick vermochte, unde erlangedcn dussen brcff myt modc^j unde arbeide, wentede Heren van allen kercken domhercn lvcren den gantzen dach to capittel undecreighch den bryfs des avendes to achte slegen. So hebbe ick den nycht erchscycken künt umme myner groten crancheit willeit. So biddc ich noch nmmeHiesus^) willen, jn vederlike leve wil lnich arinen merteler nycht vorlaten undemanen mich myn gelt van dem ersamen rade linde van den ersamen castmeisterensnnte Nicolaus kercken unde Vau den geistliken juncfronen darsulvest: vorsculdeich myt mynen gcbede, wo billich, allctydt gerne, so vele got geven wert. Kundey» levede mich dat scycken, dat ich holt kopcn lethe, were mich ganß grot vannodcn: ich kan nichts don manch settcrench unde beven, so grot noct hebbe ich van

>1 Or.: van. ") Mit Quittung. Ebenda ist noch eine frühere Quittung vorhanden, die er einerBitte um Sendung des rückständigen Geldes für 1437 bcigcfügt hat („Gcscreven an dagc Lamberti desHilgen mertelers sSept. 17s 1438"). Dahinter folgt die Bitte an Andreas Lambrecht, er möge den Ratersuchen, das ihm auch „de vere scok Martini bedagct bi den kerckmeisteren", geschickt werden; denn ersei in größter Armut. Bittet auch um den Betrag für dieses 38. Jahr, denn er habe „noch nmme nochan noch holt noch kalen" und leide große Not. Die Nachschrift enthält für den Fall, daß der Rat auchdas Geld für 1438 gibt, eine kurze Quittung auch dafür. Die Unterschrift lautet: „Ich L. K., eyn dencrMichaelis Glyn, do he levcde, nü eyn arm, bcdrovet merteler". ft Freundlichkeit, Gutes, ft modtnge,'Mühe. Vgl. auch inoie, möge, ft kriegte, erhielt, ft eher, ft Jesus, ft Zittern.