22
Deutsche Privatbriefe des Mittelalters.
14 .
Johann von <8roxekinzen, Domherr rn Hikdesheim, an Heinrich von derHude (in Kremen). lHildesheim.) Ohne Jahr (vor 1437?)?)
Lehnt cS aus Gründen seiner Verwandtschaft mit ihm ab, sein Richter zu sein, und verweist ihnan seinen Psarrhcrrn. Unter Umständen sei er durchaus ersatzpflichtig. Bedauert, wegen dringenderAbhaltung nicht mehr schreiben zu können. l
Bremen, Staatsarchiv. Or., beschädigt.
Gedruckt: Hans. Gesch. Blätter. Jahrg. 1874. S. 60 f.
Mynen vruntlikeu dcnst. Besundcrn leve om. Ik dv jn vriiutlikell weten,dat ik juwe rischtser in neneu saken wesen smojt nmme inagheschop willen?)
Unde wes dar vorder an schelendi?) is, sschsal jn her Arnoldns Vrese nnderstvisejn.
Ok, leve om, buchte my gheradsenj sin, gy jn bespreken mit jstiwejn kerkhernunde ene eygentliken berichten der lcghenheit (der sajke, wer gy ok soll gheltsmijt ghode vordem moghen. Jcht gy wes in Vortiden nnghotliken hedden up-ghebort^), sin gy tv der wederkeringe ^) plichtich. Hir willet juwer sele saligheytan betrachten. Leve om, hirvan Wolde ik jn mer ghescreven hebben, dat iknmme nnledicheytch willen moste afstellen. Ncochte ik jn vcle to denste wesen,dede ik ghern. Biddet ghode vor my, so wil ik ghcrn vor jn. Ghescrevennnder mynen ingheseghel.
Johannes de Gropelingen,domher to Hildensem.
(Adr.) An Hinrike van der Hude, mynen leven öm, vrnntliken ghescreven. >
15 .
(priorrn und Ronvenk des Akosters (Waksrode an die (Witwe des Kürzer-meistere Kapesukver in Küöech. (WalSrode.) Ohne Jahr <1440—1450).
Danken für die übersandten Geldbeträge, werden ständig ihres Gatten gedenken und nehmen sieselbst in die Gemeinschaft ihrer guten Werke auf.
Lübeck, Staatsarchiv. Or.
Gedruckt: Lübeck. Urknndenbuch. VIII. Ar. 742.
linse innighe beth an god thovoren, stedliken to biddende. Leve vronwe.Wy doet juwer erwerdicheyt weten, dat wy van juwer leve unde ghunste wcghenhebben entfanghen so vele gheldes, dat euer isliken jnncvronwen is gheworden8 schillinghc, der priorent ene mark, desms proveste ene mark unde enen islik
Wie Heinrich Smidt, der a. a. O. den Brief veröffentlicht hat, S. 59 ausführt, scheint v. d. Hudevon seinem Verwandten Rat in einer Gewissenssache begehrt zu haben, wohl bezüglich der widerrecht-lichen Aneignung eines Gutes. Nun ist uns ein Ablaßbrief vom 7. Mai 1487 erhalten, in dem Johann ^
Gherwer, Probst zu Bardowiek, als Kommissar des Baseler Konzils dem Heinrich van der Hude und dessenGattin Ablaß erteilt (abgedruckt ebenda S. 61 f.). Es ist sehr wahrscheinlich, daß derselbe mit der inobigem Brief berührten Sache zusammenhängt. Heinrich v. d. Hude (vgl. über ihn a. a. O. S. 57 f.) warbremischer Ratmann. *) Der Domherr „war ein Bruder des mit einer Bruderstochter Heinrichs v. d. Hudeverheirateten Hermann von Gropelingen". Smidt a. a. O. S. 59. Differenz bildet, nicht recht ist.
*) erheben, sich aneignen. ') Zurückerstattung. dringende Abhaltung.