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1 (1892) Die Technik der Glasmalerei
Entstehung
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Schattenpartien aus dem dickeren und in Folge dessen dunkleren Theilherausgeschnitten werden; die Grundfarbe des Glases scheint also aufjeden Fall durch.

Diesen Grundsatz, dass die Grundfarbe des Glases auch in denSchattenpartien der Lokaltöne .durchscheinen soll, vertritt Viollet-le-Ducin seinem bereits oben angeführten Werk.

Bei der Beschreibung des Bemalens des Fenstermosaik und derFarbenzusammenstellung bei den Alten sagt der grosse Architekt ungefährfolgendermaassen: Auf diesem Gebiet waren die Alten Meister. Sie wussten,i) dass alle Farben nur einen bedingten Werth und zwar in ihren Be-ziehungen zu einander haben; 2) dass bei mehreren durchleuchtetenFarben die Ausstrahlung so stark und so breit ist, dass dadurch dieFarbe selbst geändert oder doch abgetönt wird; 3) dass die Zeichnungund Schattirung, welche auf die Gläser aufgetragen werden, in den Haupt-schatten immer die Lokalfarbe des Glases, wenn auch nur in den kleinstenZwischenräumen, voll durchtreten lassen sollen.

Weitere Ausführungen über die oben angeführten Grundsätze, überdie Farbenvertheilung, über die verschiedene Strahlung der Farben undüber den Kontur finden wir ebenfalls bei Viollet-le-Duc. Vielleicht werdeich in dem Vortrage über die Geschichte der Glasmalerei hieraufzurückkommen.

Das bräunliche Schattirschwarz wird also in Tuschmanier auf dasGlas aufgemalt, und diese feuerfeste Mineraltusche, mag sie linear inDeckstärke oder als grauer durchscheinender Halbton aufgetragen sein,bleibt auch nach dem Einbrennen als eine erstarrte verkieselte Tusch-lage in ihrer ganzen Masse und mit allen ihren Abstufungen auf derGlasfläche stehen.

Anders verhält es sich mit dem Silber- oder Kunst-Gelb.Schon die Zubereitung dieses merkwürdigen Färbungsstoffes ist eineganz andere und eigenthümliche. Ein Verflüssigungs- oder Schmelz-mittel, Blei- und Kieselgemenge, wie beim Schwarzloth, wird dem sil-bernen einbrennbaren Goldlack nicht zugesetzt. Die Alten bereitetensich das Silbergold für ihre Glasgemälde auf folgende Art: In einemTiegel schmolzen sie Silberstückchen und Schwefel so innig durch-einander, dass sie pulverförmiges, schwarzes Schwefelsilber erhielten.

Nach dem Erkalten und Auswaschen wurde dieser Stoff mit der zehn-bis zwanzigfachen Menge gebrannten Lehmes oder Ocker vermischt undmit Wasser zu einer breiigen Masse verrieben. In späterer Zeit wurdean Stelle des zerschmolzenen Schwefelsilbers das käufliche Chlorsilberoder Silbergelb eingeführt, und dasselbe statt mit Lehm, mit feinkörnigemThon gemengt. Ein solcher Silberbrei wurde auf alle diejenigen Theiledes Glases, welche man im Schmelzfeuer durchsichtig vergolden wollte,auf der unbemalten (Rück-) Seite des Glases messerrückendick aufge-

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