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1 (1892) Die Technik der Glasmalerei
Entstehung
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Der älteste Schriftsteller, welcher uns Mittheilung macht, seit wannman die Scheiben mit Blei einfasste, ist Leo, Kardinal-Bischof von Ostia.

In seiner Beschreibung der St. Benediktuskirche in Monte Cassino'),welche der damalige Benediktiner-Abt und spätere Papst Victor III. 1066neu aufbaute, erzählt er, dass die Fenster des Chores und des Schiffes mitGlastafeln geschlossen waren, welche mit Blei zusammengehalten undmit Eisenstäben verbunden waren * 2 ). Seit dieser Zeit mehren sich dieNachrichten über diese Art des Fensterverschlusses; die Bleieinfassungscheint demnach seit jener Zeit allgemein angewandt worden zu sein.

Der Glaswirker des Mittelalters goss und glättete die Bleistäbewie lange Bandstreifen, einige Millimeter dick und an beiden Längs-seiten mit Rinnen zur Aufnahme der Glasstiicke versehen. Aus derGussform hervorgehend, waren die Bleie auf beiden Seiten rund undgewölbt; sie wurden dann platt gehobelt und geschabt. Bis zum 13. Jahr-hundert waren die Bleie in der Regel breit und nicht sehr hochkantig,auf der Oberfläche gewölbt oder abgeplattet, in den Rinnen glatt ge-hobelt. Man findet Bleie aus der damaligen Zeit, welche über 9 Milli-meter breit, und wenn nicht abgeplattet, 4 Millimeter hoch sind.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts fing man an, sich der Blei-züge oder Bleimühlen zu bedienen. Die Einrichtung der Bleizügeist die eines kleinen Walzwerkes, in welchem die Bleiruthen in ver-schiedenen Grössenver-hältnissen gezogen wer-den. Siehe Tafel.

Das fertig gezogeneBlei besteht aus den Flü-geln, den von ihnen ge-bildeten Falzen oderKammern und demKern oder der Seele,auch Herz genannt. DerBoden der beiderseitigenRinnen bei dem jetzigenGlaserblei ist gerippt.

Statt im Fenster zustören und der Wirkungzu schaden, ist vielmehrdas Blei das mächtigsteMittel, um den Konturkräftig zu zeichnen und

! ) Monte Cassino, berühmtes lienediktinerldoster in der italienischen ProvinzCaserta, seit 1S66 aufgehoben.

2 ) Fenestras plumbo ac vitro compactis tabulis ferroque connexis inclusit.Chronic, casin. 4. cap. 27. edit. de Dubreuil, I. vol. in fol. Paris 1603.

Bleiverglasung aus der Kirche von Bonlieu ; die durchdünne Parallellinien angedeuteten Bleie liegen dem Glasenur auf. Nach Viollet-le-Duc.

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