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1 (1892) Die Technik der Glasmalerei
Entstehung
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Das gewöhnliche alte Fensterglas, dessen Spuren wir zuerst im4. Jahrhundert n. Chr.') antreffen, und von dem noch aus dem 11. Jahr-hundert Reste vorhanden sind, wurde damals nur in kleinen, etwa hand-grossen unregelmässigen Stückchen hergestellt; es war von aussergewöhn-licher unregelmässiger Dicke und hatte einen warmen, gelblich grünenTon. Seine Oberflächen waren wellig, uneben, voll von kleinen undgrossen Bläschen und Wärzchen; scharfkantige, faltenartige Leistchenüberfurchten die Flächen und vermehrten die Rauhigkeit derselben.

Die künstlichen Bruchflächen dieses alten Fensterglases findet manstets unregelmässig bearbeitet, wie abgenagt, im Gegensatz zu den glatten,scharfkantigen Diamantschnittflächen der späteren Gläser. Auch dasfarbige Glas jener Zeiten besitzt, wie das flaschengrüne halbweisse diezufälligen Vorzüge welliger, unebner Oberflächen und eines hiermit ver-bundenen hohen Metallglanzes/ Die Glaskünstler jener früheren Jahr-hunderte verfügten anfangs nur über vier Sorten, nämlich rothes, blaues,gelbes und flaschengrünes Fensterglas ; im 12. Jahrhundert kamen hierzunoch grünes und violettes Glas.

Die farbigen Gläser jener Zeit waren in ihrer ganzen Masse ge-färbt. Die Beschreibung des Herstellungsverfahrens der farbigen Gläseraus jener Zeit ist in zwei interessanten Handschriften bis auf unsere Zeitgekommen. Heraclius 2 ) und der Mönch Theophilus 3 ) sind ihre Verfasser.

Die Färbung der Hüttengläser wurde, wie auch heute noch, durchMetalloxyde bewirkt, welche sich mit der Kieselerde bei der Schmelz-temperatur zu Silikaten verbinden und dem Glase die ihrem Oxydations-zustande eigene Farbe mittheilen ; so entsteht Roth durch Kupferoxydul,Gelb durch Antimon, Blau durch Kobalt, Violett durch Mangan usw.

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts fing man an, Ueberfangroth 4 )anzufertigen. Dies geschah, wie auch heute noch, dadurch, dass derGlasbläser zuerst weisses Glas auf die Pfeife nahm und dieses dann durch

') Die Ausgrabungen von Pompeji und Ilerkulanum haben Glasstücke zu Tagegefördert, welche zu der Annahme berechtigen, dass schon damals, also 79 n. Chr.,wirkliche Glasscheibchen anstatt der Alabaster- und Achat-Scheibchen verwandt wurden

2 ) Heraclius: »liber de coloribus et artibus Romanorum (8. 9. Jahrhundert?),von den Farben und Künsten der Römer.« Originaltext und Uebersetzung mit Ein-leitung, Noten und Exkursen versehen von Albert Hg. Wien 1873. Willi. Brau-tnüller, K. K. Ilof- und Universitäts-Buchhändler.

a ) Theophilus presbyter schedula diversarmn artium. Revidirter Text, Ueber-setzung und Appendix von Albert Hg. Wien 1874. In diesem Werk sind auch dieenglischen und französischen, nach anderen I landschriften herausgegebenen Ausgabenangeführt.

4 ) Das rothe, in der Masse gefärbte Glas war am schwierigsten zu erzeugen.Kupferoxydul färbt so stark, dass auch bei geringen Zusätzen schon eine dunkeleund undurchsichtige Färbung entsteht; man suchte nun aus der mit Kupfer gefärbten

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