An dem heilgen tag sant Laurencius *) do nam si unsers herrenleichnam. Do sprach er: ,Ich tuo dir auf di tür der wünne, dowirstu eingen mit grozzen trewden: dein krankheit kumt. dir nochzu grozzen frewden.’ Si het ein büechlein gemacht von den güt-lichen gnaden di unser lierr den swestern in irem closter getanhet. Do sprach si zu im: ,Vil liber herre, daz büechlein hon ichdir zu ein ereil gemacht.’ Do antwürt er ir und sprach: t So honich dir ein so grozzen leumunt geben, daz manig heilig ist von demman singt und list, der nie kein az (sic) grozzen leumunt gewanalz du.’
Demnach wäre etwa Christina Ebnerin die verfaßerin unseresbüclileins? Diese Christina war die tochter des Seifried Ebner ausdem bekannten Nürnberger patriciergesehlechte der Ebner; sie ward,nach aussage ihres grabsteines in St. Sebald in Nürnberg, geboren1277 und starb 27 December 1356, vielleicht neujahr von Weih-nachten an gerechnet. (M. M. Maj’er, die kirche des h. Sebald.In lieft 1 von Nürnbergs merkwürdigkeiten und kunstschätze. Nürn-berg 1831.) Sie wie mehrere ihrer Schwestern waren klosterfrauen:Agnes und Kunigund in dem von Friedrich Ebner gestifteten Claren-kloster in Nürnberg, Margaretha in Medingen; Diemut und Christinain Engelthal. Margaretha gehörte zu den berühmtheiten ihrer zeit(ihre briete s. bei Heumann, Opuscula. Norimb. 1747. s. 351 ff.);auch Christina genoß ihrer tilgenden wegen einen weitverbreitetenruf, so zwar daß kaiser Karl IV sie in Engelthal, wo sie äbtissinwar, besuchte und sich ihren segen erbat. (Heumann a. a. o. s.332 f.) Das Verzeichnis der prioriunen von Engelthal (bei Martinia. a. o. s. 44) kennt allerdings ihren namen nicht **); war siepriorin in Engelthal, warum wurde sie nicht am orte ihres wirkensbegraben? Wenn Christina unser büchlein verfaßte, so erklärt sichallerdings, warum ihres namens keine envähnung geschieht: ihrebescheidenheit konnte das nicht für zuliißig halten; wichtiger ist,daß da wo ihrer Schwester Diemut gedacht wird (32, 20), das ganzeinfach und trocken geschieht, ohne die leiseste b'eziehung auf ein
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*) 10 August. **) Des namens Christina kommt während der zeit, diefür uns in betracht kommen kann, nur eine priorin vor, Christina Pfefferhelgin1355—5 6, also gerade in dem jahre da die Ebnerin starb. Sollte hier ein lese-fehler vorliegen? Ein solcher wäre doch allerdings etwas starkI