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form zu tage tritt. (S. namentlich Greith a. a. o. s. 416 ff.) DieseVisionen sind nicht alle frei von extravaganzen, vielmehr tritt stellen-weise ein fast pathologisches element hinzu, wie z. b. wo Adelheidvon Trochau ihrer, wir dürfen wohl sagen nymphomanen, Phantasiedie zügel schießen läßt (14, 2 ff.); aber selbst bei solchen Ver-irrungen ist eine gewisse naivität gewahrt, die auch das an sichkrankhafte und bedenkliche mehr als erträglich, zuweilen anmuthigmacht. Wir werden uns eines lächelns nicht erwehren, wenn wirdurch das verzückte kind erfahren, was für.schiißeln man in Bethaniaaß an dem tage da Christus Lazarum von den todten auferweckte(13, 24 ff.), aber wir werden die erzählung von dem ungenügendgetauften mädchen, und von dem Wortwechsel welchen es in folgedessen mit den heiligen des himmels hat (10, 26 ff.), für ein wahrescabine.tsstück erklären müßen. Und über allem schwebt ein hauchtiefer inniger t'römmigkeit, eine fülle der Seligkeit des glaubens undschauens; diese tiefe empfindung gelangt zum ausdrucke in durch-weg edler, oft dichterisch gehobener spräche, die stellenweise diefeßel der prosa sprengen zu wollen scheint, ja hie und da zu tadel-losen versen sich aufschwingt, auch hierin ein würdiges seiten-hild der Magdeburger Mechthild. Auf dieser geistigen und sitt-lichen höhe auf der wir es eben sahen ; hat sich nun freilich unserkloster nicht lange erhalten: es unterlag mit so vielen anderen dertiefen corruption der klöster im 15. jahrhundert in vollem maße,so daß im j. 1513 der provinzial des dominicanerordens in Deutsch-land, Lorenz Taufkirchner, zu einer refonnation schreiten muste;die sittenlosen klosterfrauen, welche den behörden heftigsten wider-stand entgegensetzten, wurden mit gewalt ausgeschafft, und zehnreformierte nonnen aus dem Katharinenkloster in Nürnberg an ihrestelle gesetzt. Im j. 1565 endlich wurde das kloster Engelthalsäcularisiert. (Martini a. a. o. s. 32 ff.)
Wir haben bisher die schreiberiii unseres büchleins ungenanntgelaßen, wie sie selbst uns ihren namen vorenthält. Vielleicht aberkönnte uns aufklärung über denselben eine einzeiclmung in die bs.geben, welche von anderer band, mindestens um ein halbes jahr-hundert später, vorgenommen wurde; dieselbe lautet s. 130:
Daz leben der seligen Kristein Ebnerin.
(roth.) Got sprach zu ir: Jch tuo dir auf di tür, do gest einmit grozzer wünn und frewden.