bahn. Alle christlichen Städte öffneten ihm ihreThore; die Burgen und Festungen ergaben sich.Schon führte ihn das Schicksal, wie einen Todes-engel, umgeben von strahlendem Ruhme über Grä-ber und Elend und eine Saat von glänzenden Tro-phäen vor Jerusalem, wo er dem letzten entschei-denden Siege entgegensah.
Tod oder Unterwerfung waren jetzt die schreck-lichen Loose, zwischen welchen die Einwohner zuwählen hatten. Der Königin selbst, welche sich hiereingeschlossen, blieb kein besseres Theil. Sie harrtezitternd der Entscheidung ihres Schicksals. Als aberder stolze Feind auf den Antrag zu Unterhandlun-gen mit spöttischem Hohne antwortete: „er sei ge-kommen, die Stadt mit den Waffen in der Handzu erobern, und den Tod so vieler Tausende edlerMuselmänner, welche seit Gottfried von Bouillondurch das Schwert der Christen gefallen seien, nunauch mit dem Schwerte zu rächen," da erwachtevor diesem übermüthigen Stolze noch einmal derGeist der alten Tapferkeit in den Gemüthern derGläubigen. Man griff mit der Festigkeit der Ent-sagung zu den Waffen; ein Jeder war fest ent-schlossen, sich eher unter den Trümmern der heil.Stadt zu begraben als sich der grausamen Will-kür eines barbarischen Feindes zu überlassen.
Die Belagerung wurde 14 Tage vom frühenMorgen bis zum Abende mit unermüdeter Beharr-lichkeit fortgesetzt. Die Priester, Stiftsherrn undMönche stritten bewaffnet aus, der Mauer nicht min-der als die Ritter und Bogenschützen. Die Greise,Weiber und Kinder aber, und überhaupt Alle, wel-che durch Alter oder Gebrechlichkeit unfähig warenzum Kampfe, durchzogen in Procession die Straßen