Einleitung. XI
Hans Besserer und Bilgrin von Reischach im wesentlichen zusammcn-geblieben sind.
Nicht geringe Mühe hat vielsach die chronologische Fixierung der un-datierten Stücke gekostet. Im großen und ganzen darf ich hoffen, dasErreichbare erreicht zn haben. Z. B. ist die Anordnung der hier zum ersten-mal vollständig gedruckten Korrespondenz zwischen Albrecht und Anna vonBrandenburg mitsamt den dazu gehörigen Zetteln, glaube ich, ganz sicher.Manche Datierung ließ sich erst durch eingehende territorialgeschichtlicheForschung erreichen, und wenn man bedenkt, daß sich die Briefe aus allenTeilen Deutschlands znsammensetzen, und ich nur ans die Hilfsmittel einermittleren Bibliothek, in der vielfach die geschichtliche Litteratur besondersmangelhaft ist, angewiesen war, wird inan mit den gewonnenen Resultatenzufrieden sein können.
Die Editivnsgrundsätze sind nicht durchaus den bekannten AusführungenWeizsäckers im ersten Bande der Reichstagsakten gefolgt. So habe ich dieVereinfachung des Konsonantismus nicht dnrchgeführt. Nur für cz ist immer zgesetzt, ausgenommen bei Eigennamen; für tz ist z stets am Anfang derSilben gesetzt, also Herzog, aber hertzen. Ferner sind alle Doppelkonsonantenzu Anfang des Wortes vereinfacht, also surfte für ffurste. Dagegen habeich nicht bloß v und n nach heutigem Gebrauch eingesetzt, also u immervokalisch, v immer konsonantisch, sondern ich habe auch das vokalische wstets durch n ersetzt. Diese Änderung allein erhöht die Lesbarkeit ganzaußerordentlich, während nach meinen Beobachtungen die Verdoppelung u. s. w.der Konsonanten das Auge deS heutigen Lesers bei weitem nicht so em-pfindlich stört, wie das vokalische w. j und i sind ebenfalls nach heutigemGebrauch gesetzt. Im übrigen ist der Vokalismus, soweit man das Richtigetreffen kann, streng bcibehalten (ü ö ä e u. s. w.). Nur bei ü schwankte ich,ob ich es nicht ebenso wie das ü durch ü ersetzen sollte, habe aber doch übeibehalten. Dagegen ist ö und ü zu ö und ä geworden. Trennung undVerbindung der Silben erfolgte nach heutigen: Gebrauch, also gleichwol, nichtgleich wol.
Mein Grundsatz: möglichste Konservierung deS Textes, aber möglichsteLesbarkeit hat mich auch in Bezug auf die Anfangsbuchstaben zu einer Ab-weichung von dem meist befolgten Gebrauch geführt. Wenn inan sich inBezug auf diese allgemein nicht an daS Original hält, sondern nur dieEigennamen und das erste Wort der Abschnitte mit großen Anfangsbuch-staben schreibt, so sehe ich nicht ein, warum man nicht auch die Anfangs-buchstaben jedes ersten Wortes eines Satzes groß schreibt. Das rasche Ver-ständnis deS Textes wird dadurch meines Erachtens ungemein gefördert.Die Interpunktion ist ganz nach heutigem Gebrauch gesetzt, und zwar binich in ihrer feineren Anwendung möglichst weit gegangen.
Die geringen Abweichungen des Textes vom Original, z. B. bei doppelt