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1 (1899) Fürsten und Magnaten, Edle und Ritter
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Einleitung.

Viel Humor steckt in unserer Sammlung! Wieder erinnere ich an Anna vonBrandenburg, weiter an Markgräfin Margarete von Baden, aber auch anMänner, wie Graf Johann von Werdcnberg, an Or. Steinhöwel, vor allemaber an König Maximilian und wieder an Al brecht Achilles. Auch Schicksaletragischer Art gehen an uns vorüber, wie die Liebesafsaire der Barbaravoit Brandenburg mit Konrad von Heydeck. Wie charakteristisch sinddann wieder in der zweiten Abteilung die ewigen Streitereien des Adels,ebenso seine ewigen Geldnöte. Wie typisch der hitzige Rangstreit zwischenHans Besserer und dem adelsstolzen Reischach und so fort. DieserEinblick in das Innere der Menschen und andererseits in ihre Interessen-sphäre ist das wichtige. Ich habe bei der Arbeit gewissermaßen alle dieseMenschen vor mir gesehen, und diese Freude hob mich über die entsagungs-volle Arbeit hinweg. Freilich fürchte ich, daß, wie die Verhältnisse bei unSnoch liegen, das hier gebotene Material nicht einmal ausgiebig benutztwerden wird.

Menschen und Leben treten uns also in vielseitigster Form entgegen.Der zweite Band, der die Briese von Geistlichen und diejenigen der Bürgerbringen soll, wird in dieser Beziehung noch mehr des neuen bringen:denn aus diesem ersten Bande ist eben wegen der fürstlichen Stellung ihrerVerfasser mancherlei bereits bekannt und gedruckt. Aber, um ein möglichstklares Bild zu geben, durste eben dieses bereits (recht oft sehr schlecht) ge-druckte nicht fehlen, um so weniger, als es meist gänzlich zerstreut, hier ineinem Urknndenbnche, dort in einer Zeitschrift n. s. w., begraben ist. Erstdie Zusammenfassung bringt daS Material zur richtigen Geltung.

Der vorliegende 1. Band umfaßt die Briefe der Fürsten und des Adels.ES entspricht, wie leicht zu ersehen ist, diese Teilung nach Ständen durch-aus den verschiedenen Interessensphären der Briefschreiber. Auffallen wirdvielleicht in der Bezeichnung der ersten Abteilung der Ausdruck Magnaten.Ich habe ihn im Anschluß an Ficker (Vom Rcichsfürstenstandc I S. 142)gewühlt, wesentlich, um die nichtfürstlichen Grafen von dein übrigen Adelzu unterscheiden. Die erste Abteilung unterscheidet sich von den übrigenferner dadurch, daß im Interesse sachlichen Zusammenhanges alle vonnichtfürstlichen Personen herrührenden Korrespondenzen mit Fürsten hierausgenommen find, ebenso die Briefe der geistlichen Frauen, die ans fürst-lichem Geschlecht stammen, hier und nicht in der Abteilung Geistlicheuntergebracht sind, zumal es sich ja wesentlich um Verivandtschaftskorrespondenzhandelt.

Die Anordnung der Stücke innerhalb der Abteilungen ist eine strengchronologische. Es hat sich dabei durch den Zufall der Erhaltung der Stückeergeben, daß einzelne zusammengehörige Briefgruppen, wie die Briefe derGrete von der Mark an Mechthild von Geldern, die Feldzugskorrespondenzzwischen Albrecht und Anna von Brandenburg, die Streitbriefe zwischen