gäbe überbringt. Dieser Offizier wird mißhandelt, fefigehalten„ad die Stadt schießt fortan auf ihre Vorstädte. Die letzter» sen-den eine Deputation an Napoleon, um für Wien zu bitten. Erverweist sie, mit einem Briefe Berthiers versehen, an den Erz-herzog Marimiliau, der in der Stadt kommandirt; aber daSFeuern von den Wälle» verdoppelte sich bei der Ankunft der De-putation. Jetzt ergreift Napoleon, der, mehr als die OestreichischenPrinzen selbst, die Stadt zu schonen geneigt ist, das zweckmäßig-ste Mittel den Erzherzog sofort zur Räumung zu zwingen. Erbenutzte den ungeheuren Fehler, welcher dadurch begangen wordenist, daß mau unterlassen hat, die Stadt mit der Donau zu ver-binden, führt das vierte Corps selbst an, schlägt eine Brücke überden kleinen Arni, der die Vorstadt Landstraß vom Pratertrennt und läßt den kleinen Pavillon, das Lnsthaus genannt,besetzen. An gleicher Acic befiehlt Napoleon, nun auf das Feuerzu antworten, das unaufhörlich die Vorstädte aus der Festungtrisft, und läßt zugleich, um die Aufmerksamkeit des Erzherzogs«on sich abzuwcndeu, eine Haubitz - Batterie, ohngcfähr auf demnanilichen Platze auffahren, wo im Jahre iL.Li, der Angriff derTürken statt fand.
„Ilm 9 Uhr Abends werden Granaten in die Stadt gewor-fen. Die junge Erzherzogin Marie Louise lag damals krank imväterlichen Schlosse. Auf die erste Nachricht hiervon, wird dieDirektion des Feuerns verändert und das Schloß respcktirt. WelHrin Spiel des Anfalls! Wer damals der Erzherzogin hätte sagensollen, daß die nämlichen Hände, vor denen jetzt Wien zitterte,ibenigc Monate später, Kränze für ihr Haupt winden, daß sieals Gattin und Mutter in dem Schloß der Tuilerien über ebendiese Franzosen herrschen würde, die sie jetzt mit Schrecken er-füllten !!!
„Dieser Widerstand, den der Erzherzog Marimilian in Wienleistete, war ein Vergehen an der Stadt, weil er alles ver-nachlässigt hatte, was denselben den Einwohnern minder nachthei-lig, und dem Staate so wie der Armee nützlich machen konnte.Wien hätte von einem weniger großmüthigen Feinde verbranntwerden können, ohne auch uur einen Augenblick den Besitz von des-sen Umfassung zu verzögern.
Der Verfasser zeigt hier die Fehler der beiden Erzherzoge undfahrt dann fort:
„In den Augen der Armee und Enropa'S galt es für vies,Wien genommen zu ha'oen — für Napoleon war cs wenig, weil