Donnerstags, am i. August »8i6.
Das Wetter war abscheulich. Gegen S Uhr besuchte mich d„Grosmarschall. Ich hatte eben versucht, den Fuß aus dem H«»s,zu setze», er sand mich also nicht. Er hatte dem Kaiser Engl»der vorzustellcn.
Der Kaiser ließ mich gegen 5 Uhr rufe»; er war übel gcl«, ,und wie er sagte, ein wenig über mich. Der Besuch der Enz- lländer, das schlechte Wetter, der Mangel eines Saals, wie daeines Dollmetschers, alles hat ihm Verdruß gemacht.
Er las die VeUIses <lu Ei-LrcLn, die ihn, wie er high,langweilten, und ergriff an deren Stelle, die Erzählungen duKönigin Margarethe von Navarra. .
Dann sprach er von Versailles. Der Hof, die König» !Madame Campan, der König waren die vorzüglichsten Gegensä-tze, und er sagte vieles, daS ich schon zum Thcil niedcrgeschriclm jhabe, andern Lheils aber unterdrücke. Er schloß damit, d«ß .Ludwig XVl. der exemplarischste aller Privatleute, aber ein schi -ärmlicher König gewesen sei. Die Königin wäre zu jeder Zn!vhnstreitig der Schmuck aller großen Gesellschaften gewesen, «du -ihr Leichtsinn, ihre Iuconseqnenze», ihre geringe Fähigkeit hätte»nicht wenig dazu beigcrrageu, die Katastrophe hcrbcizuruftn und .zu beschleunigen. Sic hatte, sagte er, die Sitten von VersaillcS evöllig umgeändert. Die vorige Gravität, die strenge Etikette ^hatte sich i» anmuthigcs Wohlbehagen, in wahres Toilcttcngi- öschwätz nmgcwandclt. Kein anständiger, kein Mensch pon Ansclni fkonnte den Mystifikationen der jungen Hofleute entgehn, deren»«-türliche Hinneigung zum Spotte und zur Neckerei, noch durch de» lBeifall einer junge» und schönen Königin gereizt ward. Aum Be- iweis dafür ward eine der charakteristischen Anekdoten augefi'ihtt.Ein tapfrer und würdiger deutscher General kommt mit einer be- lsondreu Empfehlung an die Königin von ihrem Bruder, dem Kai- iser Joseph nach Paris. Die Königin glaubte, ihm keine größere 'Gunst erzeigen zu können, als ihm den Zutritt in ihre kleiner» cZirkel zu gewähren. Man kann leicht denken, daß er sich dort sein wenig außer seiner Sphäre sand, man wünschte aber ihn artigzu behandeln, und machte es sich also zum Gesetze, ihn zum Plau-dern zu bringen. Leider war er aber in der Wahl seiner Gegen- estände und in der Art seines ersten Auftretens sehr unglücklich, lEr sprach sehr viel von seiner graue» und seiner weiße»Stute, welche er über alles liebte. Die jungen Hofleute erman- ^