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6 (1823)
Entstehung
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lichkeit und Vollendung, selbst bei den wichtigsten Gegenständen,machen könnte. Das liegt darinn, daß ich mir bei der öffentlichen,wie bei der vertraulichen Unterhaltung mit dem Kaiser nie eine Er.innerung oder eine Frage erlaubt habe, um Aufklärungen zu erhol,ten, selbst dann nicht, wenn sie mir noch so nöthig schienen. 2chglaubte mir diesen Zwang auflegcn zu müssen:

1. wegen meiner Ehrfurcht und Liebe zu ihm;

2 . auS Furcht, eine mir höchst theurc Unterhaltung zu unterbrechen; ^

3 . wegen meiner Hoffnung, die Wahrheit gleichsam Im Flugeund um so natürlicher aufzufassen;

4. wegen meiner Zuversicht, ununterbrochen und auf immer bei den,Kaiser zu bleiben, mithin Gelegenheit zu haben, bei künftige,Berührung der nämlichen Gegenstände alles gehörig zu berich.tigen und zu vervollständigen;

'S. weil der Kaiser mit der Zeit selbst mein Tagebuch sehen seilte, ^und ich nicht zweifelte, er werde durch das, was er über ver-schiedene Dinge schon vorfand, angetrieben werden, darüberregelmäßig etwas zu diktircn. Es ist das nun allerdings nichtgeschehen, und dadurch viel Schönes verloren gegangen;

K. geschah es, daß wenn der Kaiser und das ist einer meiner 'vorzüglichsten Vcwegungsgründe bei langen und völlig ver-traulichen Gesprächen auf Dinge von der größten Wichtigkeitkam, er zwar wohl in der Absicht sprach, mich davon inKenntniß zu setzen, öfter aber sich dabei gehen lies» nur im ^zu plaudern, gleichsam schwatzend, wenn man einen solchenAusdruck von einem solchen Manne und von einer solchen Sa-che brauchen dürfte. Er unterhielt sich dann mit mir, alS 'müßte mir das Alles eben so bekannt scyn, als ihm selbst. -

Aber seine großen Entwürfe und Pläne waren mir ganz fremd.Zch hatte das, wie ich mich hier überzeugt habe, mit der Mehrzahl iderer, die während seiner Macht ihm näher standen, selbst mit sei-nen Ministern völlig gemein, und so begegnete es ihm zu mehre-renmalen, daß, weil vielleicht mein Gesicht Verwunderung auSdrüche,oder er sich besann, und überlegte, wie es damit stehe, er mir auseinmal sagte: Aber das ist vielleicht ganz neu für Sie. Daunkonnte ich nun freilich nichts besseres thun, als der Wahrheit gemäßantworten: 2a Sire! zum allergrößten Theile. Aber wie linkischwürde es gewesen scyn, hätte ich bei solchen ganz unschätzbarenGesprächen ihn unterbrechen und eS merken lassen wollen, daß ichMühe habe, ihm zu folgen, und ihn zu verstehen. 2ch würdeihm alle Lust benommen haben, mit mir zu plaudern, und hättedadurch unendlich viel verloren. So groß auch oft mein Verlangen