Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
145
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Der erste Schritt, den Sir Hudson Lowe thut, Ist eine grobeBeleidigung; sein erstes Wort «Ine Barbarei, seine ersteHandlung eine Bosheit.

Nur zu bald scheint es, er habe kein anderes Geschäft, keinenandern Beruf, als uns unter jeder Form, bei jeder Sache, auf jedeMeise zu peinigen.

Der Kaiser, der sich gleich anfangs die Festhaltung deS größtenStoicismus vorgenommen hatte, wird dennoch am Ende dadurchempört/ und drückt sich sehr stark darüber aus. Es kömmt zu hes«kigein Wortwechsel; die Breche öffnet sich, sie wird täglich größer.

Des Kaisers Gesundheit nimmt sichtlich ab; wir bemerken es»so oft wir ihn ansehen. Er befindet sich gegen seine Art nichtselten unwohl; er hütet sechs Tage lang das Zimmer, ohne esmir einen Augenblick zu verlassen. Eine heimliche Melancholie, diesich vor aller Augen, vielleicht ihm selbst verbirgt, ein festsitzendesMel beginnt, an ihm zu nagen. Der ohnehin schon so engeKreis seiner Bewegung und seiner Zerstreuungen wird von einemTage zum andern noch mehr verengt; er verzichtet auf das Reiten,er ladet keine Engländer mehr ein, er verläßt seine regelmäßigeBeschäftigung, es will nicht mehr fort mit dem Diktiren, das fürihn bisher noch immer einigen Reiz zu haben schien. Der Ekelhat ihn ergriffen, und es fehlt ihm, wie er mir bisweilen sagte, anAuch, wieder ans Werk zu gehen. Der größte Theil des TageSvergeht bei dem Durchblättern von Büchern in seinem Zimmer,oder unter allgemeinen oder Privarunterhaltungen mit uns. Abendsliest er uns nach dem Diner dann und wann ein Theaterstück unse«rer größern Meister vor, oder irgend etwas anderes, wie es ihmder Zufall oder die Laune des Augenblicks in die Hand gicbc.

Bei alledem leidet die Heiterkeit seines Gemüths, die Gleichheitseines Charakters uns gegen über durchaus keine Aenderung, imGegentheile scheint es, als ob wir uns immer fester in einen Fami«lienkreis zusammenzögen. Er ist unS und wir sind ihm immer In.Niger ergeben. Seine Unterhaltungen sind vertraulicher, zeigen mehrHingebung, mehr Interesse.

Er lies mich von jetzt an sehr oft auf sein Zimmer kommen,um mit mir zu plaudern, und kam bet diesen Gesprächen zuweilenauf höchst wichtige Gegenstände, z. B auf den russischen, auf denspanischen Krieg, die Konferenzen zu Tilsit und Erfurth, wovon indiesem Zeiträume meiner Sammlung die Rede ist. Und hier mußich einige Bemerkungen machen, oder wiederholen, die ich jeden,der mein Werk liest, hierbei nie aus den Augen zu verlieren bitte.Sie sollen dazu dienen, Tadel und Einwürfcn zu begegnen, welcheman mir wegen deS Mangels an Ordnung, so wie an AuSführ-