Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
144
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Ucbelblick über die drei Monate April, Mai und Juni.

^)ch HM bereits bemerkt, daß es bei einer Sammlung, wie diemeinige, unmöglich sey, In irgend einem Stücke die Einheit desInteresses und des Zweckes sestzuhalcen. Zch will daher versuchenin einer kurzen ununterbrochenen Wiederholung, die Verschlimmerungder Lage des Kaisers in diesen drei Monaten, die vermehrte übleBehandlung desselben, die sichtbare Abnahme seiner Gesundheit,und das Wesentlichste seiner Gewohnheiten und seiner Unterhaltungzusammcnzufassen, — will mir einem Worte ein physisches undmoralisches Bulletin von ihm niederschreibcn.

In diesem kurzen Zeiträume kömmt:

1. ein neuer Gouverneur an, ein Mann von höchst beschränkten!Verstände oder sehr bösem Herzen, — ein Korporal mit einerWachtvorschrift, kein General mit Instruktionen;

2. verlangt man von jedem Gefangenen eine Erklärung, nach wel-cher er sich im Voraus allen Beschränkungen unterwerfen muß,die man Napoleon auferlegen möchte; — man hoffe dieselbenhierdurch von seiner Person zu trennen;

3. wird unS offiziell die Uebereinkunft der Mitten Mächte mitge-theilt, welche ohne alle Prozeßform die Verweisung Napoleonsaussprechen und bestätigen;

4 . erhalten wir die englische Parlamentsbill, welche die Unter-drückungsakte der englischen Minister gegen die Person Napo-leons in ein Gesetz verwandelt;

5. kommen Kommissarien an, welche im Namen ihrer Monarchenüber des Schlacktopfcrs Festhalten in Ketten wachen, und seineLeiden mit ansehen sollen. So verdunkelt sich unser Horizontimmer mehr und mehr; die Ketten werden verkürzt; jede Hoff-nung auf eine Verbesserung unsers Zustandes verschwindet, undes bleibt uns nichts gewisseres, als die schrecklichste Zukunft.

Die Ankunft des neuen Gouverneurs wird das Signal zu demgrößten Unheile. Sie ist für den Kaiser eine neue Strafe, an je-dem Tage erhält er dadurch einen neuen Stich inS Herz.