Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

„Im Jahre 1814 habe Ich bei meinem Ausflüge nach Lendendie Ehre gehabt, dem Prinzen von Waü'S zu Earlcon-House vorgi-stellt zu werden. — Aber was Teufel wollen Sie denn da? frag»der Kaiser. — Ew. Majestät haben sehr recht; eine Art vonPoint d'Honneur brachte mich dahin; ich glaubte »16,t anders han>deln zu können. Es waren damals viele Franzose» in England,und ich der einzige, der in Ew. Majestät Nähe sich befunden, IhreFarbe getragen, und auf eine Weise mich benommen hatte, worausman damals eine Art von Vorwurf machen wollte. Man sagtemir, die Andern würden meine Vorstellung gewiß nicht leiden; dasbestimmte mich. Wir waren in der Thal bei einem der großenLevers deS Prinzen zusammen 22 Franzosen, und ich muß bckcwnen, daß ich nie mehr Grazie in den Manieren, mehr Anmiuh imAusdruck, mehr Harmonie des Ganzen gefunden habe, ich glM'iedas Ideal deS guren Tons vor mir zu sehen. Jetzt begriff ich dieganze Macht, die ganze Wahrheit jenes Zaubers, von dem ich sooft gehört hatte, und noch jetzt, Sire, wenn ich mir dies schöneGesicht wieder vor die Geistesaugen stelle, in dem ick so viel Hoheitder Seele, so viel Sinn für Ehre, so wahrhaftes Verlangen nachRuhm erkannte, dann frage ich mich, wie es möglich ist, daß Ew.Majestät sich hier befinden, wie seine harten Minister ihn dahin

bringen konnten, Ihr Kerkermeister, Ihr . zu werden! —

Mein Lieber! sagte der Kaiser, vielleicht sind sie kein Physionomj,ker, und haben den heiligen Schein der Koquettcrie für die Glorieder Seclengröße angesehen, die Sucht zu gefallen, für Verlangennach Ruhm; dies läßt sich nicht so leicht auf dem Gesichte erkennen.Es liegt tief im Herzen verborgen — und dort haben Sie nichtsuchen können * *).

„Haben Sie mir nicht, fuhr der Kaiser fort, vor einigen Ta>gen, ich weiß nicht mehr was für eine Schrift, oder aus welchem

, kor r1>v teure aro virtue's kssrschmspicious tc> llis5« susloring isies;ch.n>1 bs eaclr rlro^ in luturs z'oaisKeziaicl ldes l>^ tli^ peo^I's smiies!

Älarcli. 13 l 2.

*) Seit dieser Zeit ist das große Opfer gefallen! — Ich, sein Diener,habe den Anfang seiner Qualen gesehen. — Andere haben mir dieAngst seines langen TodeskampseS geschildert!!! — Er hat auSgciit-ten. — Man hat nie ausgehbrt, ihn im Namen deS Prinzen zu pei-nigen! — und der unsterbliche Märtyrer hat die schrecklichen Worte,von seiner eignen Hand geschrieben, hintcrlasscn. „Ich vermache disSchmach meines LodcS dein regierenden Hause von England!'^ —