Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

mus getrieben habe. Sie haben Ihm die Kühnheit zum Verbrecheangerechnet, womit er bei der Verdammung, die ihn selbst wegineines unordentlichen Lebens in seinen häuslichen Verhältnissen trijst,sich mit so großer Erbitterung Mühe gegeben hat, seine Frau «iSschuldig darzustellen, eine Znconsequenz, die man übrigens ohne Glen Zweifel mehr noch dem verderblichen Einflüsse schlechter Rach,geber, diesen Feinden seiner Ehre und seiner Ruhe, beimesscn muß,2mmer bleibt cs aber gewiß, daß man gegen die Prinzessin dieniedrigste Bestechung, die Mitwirkung der Gesetze, so wie das ganzeGewicht des Thronerben in Anwendung gebracht hat — und diesalles doch vergebens. Dies brach den Stab über den Prinzen,und machte ihn lächerlich; denn jedermann spottete über sein lin,glück ohne Gleichen, daß es ihm nämlich nicht gelingen wollte, et-was zu erweisen, was andere Ehemänner wohl gern um jeden Preisverbergen möchten. Der Haß nahm mit jedem mißlungenen Ver-suche zu. Dabei aber auch die Martern des armen SchlachcopferS.Man schickte sie in eine Art von Exil einige Meilen von London.Allein die Aeußerungen der Menge sprachen sich fortan für sie aus,um sie zu rächen, und man mußte sie dahin zu bringen suchen,England zu verlassen, was denn endlich, mit Hülse mancher fal-schen , vielleicht selbst von angeblichen Freunden, kommenden 3nsi>nuationen bewirkt wurde."

Hier unterbrach mich der Kaiser abermals. Er sagte, ich hättenoch einen wichtigen Punkt ausgelassen, nämlich: wenn und wieder Prinz zu der königlichen Gewalt gelangt, wie er mit der Op-position zurecht gekommen sey, — was er mit seinen alten Freun-den gemacht habe? — „Sire! antwortete ich, hier enden meinezuverlässigen Nachrichten. Es gab eine Zeit, wo die politischeKrisis Ew. Majestät dahin brachte, alle Kommunikation zwischenEngland und Frankreich abzuschneiden. Wir erhielten keine Zeitun-gen, keine Briefe mehr, beide Völker hatten nichts mehr mit einan-der gemein. ES findet sich also hier eine wahre Lücke, die ich nurmit abgeschmackten Gerüchten auszufüllen fürchten müßte. So vielglaube ich erfahren zu haben, daß nach mancherlei neuen Rückfällenund Genesungen des alten Königs endlich alle Partheien einig wur-den , dem Prinzen von Wallis die Regierung mit der vollen Aus-übung der königlichen Rechte zu übergeben. Nun war denn endlichder Tag erschienen, an dem so große Veränderungen erfolgen, soviele Hoffnungen wahr werden sollten. Der Himmel öffnete sichfür jene stets lobpreisende Opposition, für jene treuen guten Freun-de, die von Kindheit auf sich ihm gänzlich gewidmet hatten. Aberzu allgemeinem großen Erstaunen, unv, wie man sagt, mit Hülfegewisser, von Lord Castelreagh in Gang gebrachten Triebfedern blieb