Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
120
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Herzen, d!« Erwartungen rrübcen sich, und der mittlere Stand,welcher überall die eigentliche Nation bildet, und in England mehrals sonst ln ganz Europa, wie man das wohl zugestehen muß,höchst gesittet ist, war in großer Sorge wegen der Zukunft. DieRede ging allgemein in England, und selbst unter dem Bolle, daßder Prinz von Wallis nie regieren würde. Hexenmeister und Wahr-sagerinnen hätten ihm daS schon längst prophezeit rc.

„Die Opposition, der er sich, wie das die präsumtiven Erbengewöhnlich thun, in die Arme geworfen hatte; die -Opposition,deren Stütze und Hoffnung er war, wollte nicht sehen, oder sahnicht, und zog, wenn man ihr alle jene Beschwerden aufstcllte, sichdamit aus der Sache, daß sie antwortete, er werde das BeispielHeinrich V. erneuern, der ein eben so schlimmes Subjekt, wie derPrinz von WalliS, gewesen, und doch der erste König der Monar-chie geworden wäre, und folgerte daraus, daß der Prinz von WalliSeiner ihrer größten Könige werden würde. — Aber, sagte derKaiser, hielt er cS denn mit unsrer Revolution — billigte er unsreneuern Grundsätze. — Nein, Sire! so wie die Krisis jener Grund-sätze bei uns immer höher stieg, oöthigte ihn die Schicklichkeit, sichvon der Opposition zu entfernen, welche diese vertheidigtc. lftvermied eS, sich öffentlich an dieselben anzuschließcn, und füllte nundie Leere seines Lebens damit aus, daß er sich den Vergnügungenmit allen ihren nachtheiligen Folgen hingab. Er war unaufhörlichvoll Schulden, obschon das Parlament sie bereits mehrmals bezahlthatte« kam oft in die größten Verlegenheiten, und verlor dadurchsehr an Meinung von seinem Charakter, so wie an Volkszunst.2n einem solchen Momente, wozu noch die Veruneinigung mitMadame Fitz Herbert kam, erbot sich Pitt, daß er noch einmal fürihn bezahlen lassen wolle, wenn er sich ernstlich seinem Vater nä-hern, und einwillige, sich zu vermählen. Er mußte thun, waSman nur von ihm verlangte, und die Hand der Prinzessin vonBraunschweig wurde für ihn erbeten. Allein in dem kurzen Zwi-schenräume der Unterhandlungen bemächtigte sich eine berühmte Frau,die längst lüstern darnach war, den Prinzen zu beherrschen, des er-ledigten Platzes. Man sagt ihr nach, sie habe selbst geäußert, daßsie seit 20 2ahren schon darnach gestrebt hätte, denn auch sie warviel älter als er, waS, sonderbar genug, im Geschmack der Familiezu seyn schien, indem man daS nämliche auch bei mehreren seinerBrüder wahrgenommen hat. Sie wurde alöbald zur Hofdame beider künftigen Prinzessin von Wallis ernannt, wurde ihr sogar ent-gegengcschickt, und brachte dieselbe nach England. Unter solchenAnspielen, unter einem so boshaften Einfiuffe setzte die junge Ge-mahlin den Fuß aus brttttschen Boden. Man will versichern, die