Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
115
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auf dem Wege, den er zog, die Luft mit dem lautesten Jubel

erfüllte.

„Lin anderer, nicht minder merkwürdiger Beweis war, nacheinem zweiten Rückfalle, sein ruhiges, kaltblütiges Benehmen, als beii f seinem Eintreten ins Theater auf ihn geschossen wurde. Er war' dadurch so wenig außer Fassung gebracht, daß er alsbald zu der^ Königin zurückeiltc, welche noch nicht eingetretcn war, um ihr zusagen, sie möchte nicht erschrecken, es sey nichts als ein Schwärmer,den man im Saale losgelassen habe. Dann blieb er die ganzeübrige Zeit ohne merkliche Bewegung. Alles daö war doch kein

Zeichen eines schwachen KopfeS. Man kann allerdings die ununter«brochene Fortdauer des Uebels in den letzlern Lebensjahren dagegenanführcn, wenn eS nur überhaupt gewiß ist, daß er keine längernLichtmomente alsdann mehr gehabt habe.

„Georg m., dieser rechtliche Monarch, welcher stets die bestenAbsichten hakte, war mehr als einmal in Gefahr, durch die Handvon Mördern umzukommcn. Sein Leben liefert mehrere Versuchedieser Arc und ich glaube nicht, daß Einer der Schuldigen die To»^ deostrafe erlitten hat, weil alle wahnsinnig, und zwar religiöse oderA politische Fanatiker waren. Daö letzte, am mehresten bekannt ge-K wordene Unternehmen geschah im Jahr 1794, wie ich glaube.V Der König kam ins Theater, was in jener kritischen Zeit eine Art» von Festlichkeit war, die man bisweilen statt finden lies, um dieL öffentliche Stimmung zu beleben- Bei dem Eintreten in die Logezielt ein Mensch im Parterre mit einem geschäfteten Pistole auf ihnund die Kugel verfehlt den Monarchen nur, weil er sich in demsel-^ den Augenblicke bückt, um das Publikum zu begrüßen. Es entstehtein furchtbarer Lärm, der Thäter sucht seine That nicht zu verber-gen — ganz wie der Fanatiker in Schönbrunn, der Ew. Majestätumbringen wollte, und fortwährend behauptete, daß er es blos fürdie Ruhe und das Glück seines Vaterlandes gethan habe. — DieJuri erklärte ihn für vcrrükc, und verdammte ihn zur Eiosperrung.

„Bei meinem Ausflüge nach London im Jahre 1814 brachtemich ein besonderer Zufall diesem Menschen gegenüber. Mein Geistwar noch ganz mit dem Aufträge beschäftigt, den mir Ew. Majestätdas Jahr zuvor in Betreff der Armen- und Zuchthäuser gegebenHarken, und ich beschloß also, diese nämlichen Anstalten auch inEngland zu besuchen. Als ich mir nun Newgate mit großer Ge-nauigkeit zeigen lies, und dort in einen Saal trat, wo eine bedeu-tende Zahl von Sträflingen sich mit mehr Freiheit, als die übrigen,aushielten, war Healfield einer von denen, auf welchen die Blickemeines Führers zuerst fielen. Er nannte mir ihn, und da ich mich, des Namens sogleich erinnerte, so fragte ich, ob er nicht der Mör-