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6 (1823)
Entstehung
Seite
113
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! schönen Schottländerin, der Tochter eines der vornehmsten PairSj im Lande, sehr eingenommen; man besorgte, er werde sich mit ihr

, vermählen wollen. Aber es war genug, ihm bemerkbar zu machen,

daß dies gegen die Gesetze sey, und er erklärte sogleich, daß er

> sich mit derjenigen verbinden werde, die man Ihm zur Gemahlin

, misivählen werde. Es war eine Prinzessin von Mecklenburg. Zu

i seinem Bedauern fand er sie sehr häßlich, und sie war eS auch

l wirklich. Demohnerachtet blieb Georg ui. sein ganzes Leben hin«

- durch ein musterhafter Gemahl; man hat nie tlwaS anderes von

> ihm gehört.

i „Georg Hl. Thronbesteigung war eine wahre politische Revolu«r tien in England. Es gab keine Prätendenten mehr, daS HauS

> Hannover befand sich nun im Besitz. Die Wighs, welche es auf

> den Thron gesetzt hatten, wurden von der Administration ausge»

, schlossen. Sie waren lästige Ausseher, deren man nicht mehr be-durfte. Die Torys, diese Freunde der Gewalt, bemächtigten sich

! derselben wieder, und haben sich seitdem, zu großem Nachtheil der, öffentlichen Freiheiten, darinn behauptet.

„Der König war jedoch, für seine Person, ganz frei von aller! ^ Leidenschaft. Er liebte aufrichtig Gesetze, Gerechtigkeit, und be«

> sonders das Glück und den Wohlstand seines Landes. Wenn Eng«

> ^ land so heftige Parthei gegen die französische Revolution genommen

! hat, so muß man darüber nicht sowohl auf Georg lil., sondern

i vielmehr auf Pitt zürnen, welcher der eigentliche Anstifter war.

> 2H,i leitete der bittere Haß, den er gegen Frankreich hegte, und

- von seinem Vater, den großen Chacam geerbt hatte, so wie sein

, lebhaftes Streben nach Macht und Llygarchie. Bei dem Ausbruche

, unserer Revolution war Pitt der Mann deS Volks; er regierte

- England; er verführte den König, den er immer durch Thatsachen

: zu gewinnen wußte, und man muß freilich gestehen, daß die Aus«

, schweifungcn und Flecken, welche unser erstes Auftreten beschimpf»

» teu, in dieser Hinsicht ihm bei seiner Neigung und seiner Bered»

, samkeit die besten Waffen in die Hand gaben. Sire! hätte aber

> der unglückliche Georg lil. den Gebrauch seiner Vernunft behalten,

! so glaube ich, daß Ew. Majestät sich wohl dabei befunden haben, würden. Sie hätten dann ihm ganz andere Thatsachen erblicken

, lasse», und er würde gewiß nachgcgeben haben.

„Georg in. hatte eine eigne Natur, ein besonderes Maas deS: Charakters, das mit seinen intellektuellen Fähigkeiten in Ueberein«

- stimmung war. Er wollte genau wissen, wollte überzeugt seyn.

' Hatte er dann seinen Weg eingeschlagen, so war es schwer, ihn

' wieder davon abzubringen, jedoch keineswegeS unmöglich. Sein ge«

> sunder Menschenverstand leistete dabei die besten Dienste.

L> Cascö Tagrb. 8. T>d. 8