Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
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Er war traurig, wortarm, seine Stirn gerunzelt — es wM«nicht fort mit der Unterhaltung. Don ungefähr kamen wir ans ^ jLondon, und auf meine Emigration; da sagte denn der Kaiser, mi,!einen Gegenstand des Gesprächs und eine Zerstreuung zu Haber:„Aber in London müssen Sie doch den Hof, den König, den Prin«zcn Wallis, Pitt, Fox, und andere große Personen gesehen haben,die damals dort figurirten? Sagen Sie mir, was Sie von ihnenwissen, welche Meinung man von denselben hatte? Machen Siemir eine historische Schilderung von ihnen. — Sirel Ew. Maje-stät vergessen in diesem Augenblicke, oben haben es vielleicht nie soganz genau gewußt, in welcher Lage sich ein Emigrant zu Londonbefand. Man möchte unS wohl nie bei Hof zugelassen haben. Dergute alte Georg ui. nahm recht vielen Antheil an unserm persön-lichen Unglücke, aber er mochte uns doch durchaus nicht politisch an-erkennen. Und hätte man unS auch erlaubt, nach Hof zu konnnen,so gestatteten uns doch unsre Umstände nicht, dort zu erscheinen.Ich bin daher auch nie bei Hofe gewesen. Inzwischen habe ich !doch die mehresten von denen, welche Ew. Majestät erwähnten,gesehen und besonders viel von ihnen sprechen hören. s

Den König habe ich mehrcrcmal in der Pairskammer sehr nahe § sgesehen und gehört. Eben so den Prinzen von Wallis, und diesen !noch sonst in den Zirkeln der Hauptstadt. Außerdem ist es in "London nicht wie in Frankreich; man findet dort nicht die ungeheureEntfernung zwischen dem Hofe und der Masse der Nation; dasLand ist so kräftig, die Aufklärung so verbreitet, die Erziehung sovervollkommt, der Wohlstand so allgemein, die Sphäre der Thätig- ,keit so rasch, daß die Nation überall zu seyn, durchaus nach einen,und demselben Plane zu handeln scheint, und man bei dem Anblicke ldes Ganzen, das wirklich ausgezeichnet genannt werden kann, fra-gen möchte: Wo ist denn der Pöbel? wie denn auch in der 'That der Kaiser Alexander bei seiner Anwesenheit zu London dieseFrage gethan haben soll. Hieraus geht denn hervor, daß, da ichsonach die Menschen dort von allen Klassen, von jedem Stande,von jeder Meinung gesehen habe, meine Kenntniß nothwendiger-weise der Wahrheit sehr nahe kommen mußte. Unglücklicherweisehabe ich mich aber wenig mit dem Bemerken und Auffassenabgegeben, und ich besorge sehr, daß in meinem Gedächtniß, nachso langer Zeit, sich eins mit dem andern vermengt haben dürfte. ,„Georg m. war der rechtlichste Mann in seinem Reiche. SeinePrivattugenden machten ihn für jedermann zu einem Gegenstände dertiefsten Verehrung. Die äußerste Moralität, die größte Achtung fürdie Gesetze waren der Hauptcharakter seines ganzen Lebens. Erwurde im zwanzigsten Jahre König, und war von den Reizen ein»