qr-iicrm Rechte, als der berühmte Scipio rühmen könnte. Aber soschmdt man Geschichte."
Als wir nach dem Diner in Verlegenheit waren, was gelesenwerden solle, sagte der Kaiser, weil cö nun eine ausgemachte Sachewäre, das; wir nicht Geist genug besaßen, daß jeder gleich eineselbstgeschaffne Geschichte erzählen könnte, wir doch wenigstens unsentschließen müßten, einer nach dem andern die Abendlekcüre zuwählen. Er steng sogleich damit an, hierzu für seine Rechnung dasGedicht über das Mitleid vom Abbs Deltlle zu bezeichnen. Erfand den Verobau guc, die Sprache rein, die Gedanken anziehend,n„d dennoch, meinte er, sey es ohne Neuheit und ohne Kraft.Die Verse wären ohne allen Zweifel besser, als bei Voltaire, stün-den aber doch denen unsrer übrige» großen Dichter noch bei wei-tem nach.
Sonnabend den 29. Juni.
Der Kaiser frühstückte im Garten, und lies uns lnsgesammtdazu einladen. Nach dem Frühstücke gieng er spazieren. Er warsehr aufgeräumt und scherzte mit einem nach dem andern. Deneinen zog er aus mit der Schönheit seiner Wohnung, den andernmir den Summen, die der Gouverneur für ihn bezahlt habe, undmit der hübschen Amme seines KindcS, die bald wieder in andernUmständen seyn würde, mich mit dem Geschmacke, den der Gouver-neur an meinen Wechseln zu haben scheine, und wie er wohl wün-schen möchte, daß die andern auch dergleichen schreiben sollten. Erlachte und belustigte sich sehr an unfern Einwürfen. Das Wetteränderte sich schnell, und der Kaiser mußte also geschwind wiedermS Haus zurück.
Nach dem Diner las der Kaiser einige Stellen von Milcon indes AM Delilles Ucbersetzung. Er fand den Versbau weit weni-ger gut, als in dem Gedicht an das Mitleid, und in der That wares ein aufgetragenes Werk, worauf mehrere Interessenten, wäh-rend der Auswanderung des Dichters nach London, subscribirt hatten.
Während der ganzen Zeit des Spazierenfahrcns sprachen wirvon unfern Königen und ihren Maitresscn, der Montespan, derPompadour, der Dubarri re. Man stritt sehr über den hierbei inFrage kommenden Grundsatz im Allgemeinen. Die Meinungen wa-ren verschieden, und jeder vertheidigte die seine mit Wärme. DemKaiser machte es Spaß, bald der einen, bald der andern sich zuzu-neigen. Endlich entschied er aber doch zu Ehren der Moral.
Sonntag den 30. Juni.
Der Kaiser lieö mich zeitig rufen, um mit ihm zu frühstücken.