Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
14
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Veteranen, vom gemeinen Soldaten an bis zu den ober« Graden,gegeben werden sollten. Wie nun der Kaiser bemerkte, daß dieserEnrwurf kalt ausgenommen werde, wendete er sich, wie er danngewöhnlich zu thun pflegte, an einen der Gegner, und federte ihnauf, frei in den fraglichen Gegenstand einzugehen, und ihm alleseine Gedanken darüber mitzutheilen. „Nun wohl denn, Sire!sagte Herr Malouet, ich fürchte, die Civilpersonen werden sich sh,verletzt halten, wenn sie sich die Militairs so vorgezogen sehen.Mein Herr! antwortete der Kaiser lebhaft, Sie trennen da etwas,was Sie nicht trennen sollten: Bürger und Soldaten sind jetztEinS. 2n der Krisis, worinnen wir uns befinden, erreicht dieConscription Alle; die militairische Laufbahn ist keine Sache desGeschmackes, sie ist eine Sache des Zwanges. Die Mehrzahlderer, die sich in derselben befinden, haben ihre frühem Verhält-Nisse gegen ihren Willen verlassen müssen; es ist also nur gerecht,ihnen das anzurechnen. — Aber man könnte, sprach der -Opponentweiter, vielleicht glauben, daß nach diesem Entwurf Ew. Majestätden größten Theil dieser Stellen nur Militairs geben wollten. —Allerdings, mein Herr! ist daö meine Meinung. Es fragt sichnur, ob ich dazu befugt bin, und nicht dadurch gegen die Ge-rechtigkeit verstoße. Vermöge der Constitution kömmt mir dieErnennung zu diesen Stellen zu, und es scheint mir billig undrecht zu seyn, daß die, welche am mehresten gelitten haben, auchdie größten Ansprüche aus Entschädigung erhalten. Meine Herren!so fuhr er mit erhobener Stimme fort: Der Krieg ist keine Ro>senbahn. Sie kennen ihn hier auf 2hren Sitzen nur aus dmBulletins und aus den Geschichten unserer Triumphe. Sie kennenaber nicht unsre Bivouacs, unsre forcirten Märsche, unsre Entbeh-rungen, unsre Leiden aller Art. 2ch aber kenne das, weil ich cssehe und bisweilen theile."

' Die dem nun sey, dieser Gesetzentwurf kam nach mehreren klm-schmelzungen, wie viele andere, nicht zum Vorschein, und des Kai-sers gute Absicht nicht einmal zur Kenntniß des Publikums, das,wie ich gewiß weiß, großes 2nteresse daran genommen, und dessenBestimmungen durchgehends, wie es der Kaiser thac, ebenfalls vcr-theidigt haben würde.

„Aber, Sire! so hatte man gleich Anfangs eingewendet, woll-ten Sie denn wohl eine solche Stelle einem Soldaten geben, dernicht lesen kann? — Warum nicht? — Aber wie könnte er dannseine Pflicht erfüllen, wie seine Register halten? — Recht gut»mein Herr! er würde seinen Nachbar, oder jemand von seinenVerwandten zur Hülfe nehmen, und so würde die Wohlchat, diefür Einen nur bestimmt ist, über noch mehrere sich auSbreilen.